Langzeitbelichtungen – Teil 5 – Lightwriting – Schreiben mit Licht

Langzeitbelichtung - Lightwriting oder Schreiben mit Licht

Langzeitbelichtung - Lightwriting oder Schreiben mit LichtIn Teil 1 unserer Serie haben wir bereits über die allgemeine Definition der Langzeitbelichtung gesprochen, in Teil 2 gingen wir auf die benötigte bzw. empfohlene Fotoausrüstung ein, Teil 3 der Langzeitbelichtungs-Serie beschäftigt sich mit klassichen Langzeitaufnahmen bei Nacht und in Teil 4 sind wir auf die Langzeitbelichtungen am Tag mittels Graufilter eingegangen.

In unserem 5. und vorerst letzten Teil, setzen wir uns mit einer speziellen „Kunstform“ der Langzeitbelichtung auseinander, dem sogenannten „Lightwriting“ bzw. dem „Schreiben mit Licht“. Es besonders empfehlenswertes Buch hierzu ist vom dpunkt Verlag aus Heidelberg herausgebracht worden, „Faszination Lichtmalerei“ von den Autoren JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza, zwei Fotografen und Lichtkünstler die sich seit 2007 einen Namen in der Szene gemacht haben, welches wir Euch hier genauer präsentieren wollen.

Grundlagen und Hintergründe zur Lichtmalerei, des Schreibens mit Licht

Langzeitbelichtung - Malen mit LichtDie Lichtmalerei bzw. das Lightwriting (Schreiben mit Licht oder auch Lightpainting genannt) ist eine Form der Langzeitbelichtung in dunkler Umgebung (seien es Räume oder draußen in der Natur bei Nacht), bei der oftmals der Fotograf selbst mit einem beliebigen Leuchtmittel (Taschenlampe, Feuer, Leuchtstäben oder Ähnlichem) entweder in der einfachsten Form bestimmte Teile des Bildes erhellt, mit seinem Licht „schreibt“ oder aber kunstvolle Formen fabriziert. Die Lichtmalerei selbst ist allgemein betrachtet keine neue Form oder neue Idee in der Fotografie. Bereits der amerikanische Fotograf Man Ray machte 1935 in seiner Serie „Space Writing“ erste Versuche, Pablo Picasso führte diese Idee 1946 in einer Reihe von Langzeitbelichtungen, auf denen er mit einem Lichtstift in der Luft zeichnete fort. Die sogenannten Luminografien wurden fortgesetzt in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von Eric Staller, der damit einige Fotoreihen gestaltete.  In Deutschland wurden Namen wie JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza in den Jahren 2007 bekannter, wobei es noch Fotografen und Künstler wie Cenci Goepel und Jens Warnecke zu nennen gilt.
Das Schreiben mit Licht, auch Lightwriting genannt, ist eindeutig eine künstlerische Richtung der Langzeitfotografie.

Die passende Ausrüstung für Lightwriting-Langzeitbelichtungen

  • Stativ – wie immer
  • Lichtquelle (Taschenlampe, LED Licht, Feuerzeug, Knicklichter, etc.)
  • eventuell Fernauslöser
  • Dunkle Umgebung entweder in abgedunkeltem Raum oder draußen.

Wie geht man am besten vor?

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Meiner Erfahrung nach erhält man die besten Ergebnisse, wenn man vor der Langzeitbelichtung die Blendenzahl möglichst hoch einstellt, die Belichtungszeit misst, die Schärfe auf unendlich stellt. Macht vorher am besten ein kleines Testbild, gerne auch noch mit Blitz, um zu sehen, ob man die richtige Position erwischt hat.

Die Belichtungszeit sollte man so lang wie möglich wählen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen und auch genügend Zeit zu haben, entweder Objekte mit Licht zu bemalen, etwas in die Luft zu schreiben oder zu malen.

Besonders bei Versuchen der Langzeitbelichtung zum Schreiben mit Licht sollte man darauf achten, dass die Umgebung wirklich dunkel genug ist. Gerade Straßenbeleuchtung und Ähnliches sind oftmals zu hell, um dort noch vernünftige Lichtkunst aufzunehmen. Ansich ist es nicht schwer, diese Art von Langzeitbelichtungen zu realisieren, vielmehr ist es eine Herausforderung, die richtigen „Pinsel“ zur eigenen Arbeit zu finden. Mit „Pinsel“ meine ich, die passenden Lichtquellen, hier kann man einfach ein wenig experimentieren, denn die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Bildreferenzen:Hyperjump„, „Angel

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