Nachträglicher Weißabgleich in 4 Schritten – Farbkorrektur in Photoshop

Vergleich Fotografie mit und ohne Weißabgleich

Vergleich Fotografie mit und ohne WeißabgleichHat man beim Fotografieren nicht auf den Weißabgleich geachtet, kann es leider sehr schnell passieren, dass ein Foto ziemlich schnell einen Farbstich, je nach Beleuchtung erhält. Das Ausgangsfoto hier haben wir wieder in unserem selbst gebauten DIY Lichtzelt / Lichtbox fotografiert. Hier kann man zum einen mit der Tonwertkorrektur nachhelfen. Ich will Euch heute eine Methode vorstellen, mit der es sehr einfach ist, schnell zu einem passablen Ergebnis mit Adobe Photoshop zu kommen. In der Abbildung links könnt Ihr schon sehen, wie man in 4 einfachen und schnellen Schritten ein sehr gutes Ergebnis für den Weißabgleich mit dieser Methode erhält. Das Ausgangsbild könnt Ihr euch das Bild hier einfach von unserer Seite runterlasen:  Ausgangsdatei - Tutorial - Schneller Weißabgleich (1427 Downloads)

Ausgangsbild des Weißabgleichs-Tutorials1. Schritt: Kopieren der Hintergrundebene

Macht von der Hintergrundebene in Photoshop eine Kopie, entweder über den Punkt Ebene > Ebene duplizieren in der Menüleiste von Photoshop, alternativ Apfel + j (für PC: Strg + j) oder aber über rechtsklick mit der Maus auf die Hintergrundebene in der Ebenenübersicht und anschließend im Kontext-Menü auf den zweiten Menüpunkt „Ebene dublizieren“.
Hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Merkt Euch am besten diese Shortcuts. Ich arbeite seit Jahren mit ihnen und es gibt nichts Besseres und Schnelleres.

Invertierte Ebene mit durchschnittlichen Farbton2. Schritt: Durchschnittliche Farbe berechnen

Hierzu wählt Ihr die Kopie Eurer Hintergrundebene aus und geht in das Menü auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Durchschnitt berechnen. Was Ihr erhaltet ist eine Ebene in dem durchschnittlichen Farbton des Bildes. In meinem Beispiel ist es ein unschönes Graugrün. Anschließend invertiert Ihr die Ebene, entweder mit Apfel + i (für PC: Strg + i) oder Ihr klickt in der Menüleiste auf Bild > Anpassungen > Umkehren. Links könnt Ihr das Ergebnis des Bildes mit einem netten Violett-Ton sehen.

Weißabgleich - Ebenenmodus auf Farbe ändernDeckkraft der Ebene auf 46% zum Weißabgleich geändert3. Schritt: Ebenenmodus verändern und Deckkraft anpassen

Stellt nun den Ebenenmodus auf „Farbe“ in der Ebenenpalette. Das Ergebnis sieht noch nicht gut aus, wie Ihr links sehen könnt, allerdings lässt sich dies schnell beheben in dem man die Deckkraft anpasst und auf (in diesem Beispiel) 46% stellt. Das Ergebnis dieses Schrittes könnt Ihr hier rechts gleich sehen. So bekommt Ihr zumindest schon mal einen annähernd „farbrichtigen“ Weißabgleich für Euer Foto hin.

Das Ergebnis des schnellen Weißabgleichs nach Anwendung der Gradationskurve4. Schritt: Mit Gradationskurve die Helligkeit des Bildes anpassen

Das das Bild zwar farblich absolut in die richtige Richtung geht, allerdings von der Helligkeit noch nicht dem entspricht, was ich erreichen will, folgt nun ein letzter Schritt: die Anpassung der Helligkeit mit einer Gradationskurve. Hierzu geht Ihr am besten wieder in der Menüleiste in Photoshop auf: Bild > Korrekturen > Gradationskurven oder kürzer mit Apfel + m (bzw für den PC: Strg + m). In diesem Fall habe ich in dem neuen Fenster den Wert für die Eingabe von 255 auf 169 verschoben und erhalte dieses wunderschöne Ergebnis auf der linken Seite. Wie ich mir sicher sein kann, dass es in die richtige Richtung geht und der Weißabgleich des Bildes stimmt? Dies lässt sich feststellen in dem man den hellsten Punkt im Bild misst (in dem Fall das Auge der Figur) und hier einen möglichst neutralen, fast weißen Farbton erreicht.

Fazit:

Selbstverständlich ist diese Form des Weißabgleichs nicht massentauglich. Habt Ihr also bei einem Shooting mehrere Fotos gemacht mit unterschiedlichen Einstellungen, Lichtverhältnissen, etc., dann ist dieser Weißabgleich eher eine Qual als eine Hilfe. Wir stellen Euch in weiteren Tutorials andere Formen des Weißabgleichs vor, die Euch helfen, den Weißabgleich richtig zu machen, wenn Ihr mal vergessen habt, den Weißabgleich bei Eurer Kamera gleich einzustellen. Trotz alledem funktioniert die hier vorgestellte Variante sehr gut und ist leicht nachzumachen. Viel Spaß damit beim Ausprobieren!

 

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