Weißabgleich mit SpyderCube von Datacolor

Weißableich mit SpyderCube von Datacolor

Ausgangsdatei SpyderCube WeißabgleichNachdem ich euch in zwei vorangegangenen Posts bereits den Weißabgleich auf zwei unterschiedliche Varianten in jeweils einem Tutorial gezeigt habe, will ich Euch die Variante zeigen, die meines Erachtens die Beste ist, um ganze Fotoserien mittels einer Voreinstellung in Photoshop ganz einfach zu konvertieren. Die Variante mit dem SpyderCube der Firma Datacolor eignet sich hervorragend für einfaches Batchprocessing.
Im Übrigen ist diese Variante auch genau so gut geeignet für Lightroom oder Aperture. Die Werte unterscheiden sich hier lediglich ein bisschen, da Lightroom mit Prozentwerten misst, wohingegen Photoshop z.B. in dem RAW-Processing Modul mit reinen RGB-Werten die Werte ausgibt. In dem Beitrag „SpyderCube von Datacolor: Alternative zur Graukarte“ erfahrt  Ihr schon mal, wie der SpyderCube funktioniert.
Gerade der Weißabgleich ist ein extrem entscheidendes Thema, wenn es darum geht, (möglichst) farbechte Ergebnisse beim Kunden abzuliefern.

Ausgangssituation

Ihr habt Euer Set aufgebaut und Euren SpyderCube am Anfang einer Fotostrecke einmal abgelichtet (aus Erfahrung kann ich sagen, dass es völlig egal ist, ob Ihr einen Produktshoot macht oder ein Modefotografie-Shooting, es funktioniert immer), die Daten auf Eure Festplatte geladen und Ihr öffnet das Bild in einer RAW-Converter Software Eurer Wahl (in unserem Beispiel ist es Photoshop, das Prinzip und die Vorgehensweise ist aber sowohl bei Lightroom als auch bei Aperture genau die selbe). Wenn Ihr noch keinen SpyderCube bei Euch zu Hause habt, dann könnt Ihr entweder hier einen SpyderCube auf amazon.de bestellen (er kostet derzeit 34,40 Euro) oder hier zum Ausprobieren eine Testdatei von uns runterladen: Ausgangsdatei - Tutorial - Weißabgleich mit Spydercube (1350 Downloads)  Wundert Euch nicht, wenn der Download etwas größer ist, es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus einer RAW Datei die entpackte Datei hat fast 1,3 MB.

Anleitung zum Weißabgleich mit SpyderCube in Photoshop

Grundeinstellungen zum Weißabgleich mit SpyderCubeWenn Ihr ein Foto gemacht habt oder die Datei heruntergeladen habt, könnt Ihr die Datei in Photoshop öffnen und landet automatisch im RAW-Import Dialog von Photoshop. Hier in der linken Abbildung seht Ihr den Dialogbildschirm aus Photoshop. An dieser Stelle könnt Ihr gleich die beiden grün markierten Felder aktivieren, damit Ihr (eventuell) vorhandene Clipping-Bereiche schon mal erkennt. Anhand der Clipping-Markierungen (in der Abbildung von Photoshop blau eingefärbt), seht Ihr, welche Bildbereiche sogenannt „absaufen“, was bedeutet, dass diese Bereiche keine Zeichnung mehr aufweisen und entweder über- oder unterbelichtet sind. Beim SpyderCube sollten zumindest die Bereiche auf der Chromkugel oben und in der Lichtfalle unten blau gefärbt sein.

Grundeinstellungen zum Weißabgleich mit SpyderCube1. Schritt: Voreinstellungen aus Photoshop entfernen

Photoshop wendet beim Öffnen eines Fotos automatisch Voreinstellungen an, die den Farbeindruck des tatsächlichen RAW-Fotos verfälschen. Da wir dies nicht wollen, solltet Ihr alle Werte auf der rechten Seite (grün markiert) auf „Null“ setzen. Wie es anschließend aussehen sollte, seht Ihr in der zweiten Abbildung auf der rechten Seite.
Werte vor dem Weißabgleich mit SpyderCube auf Null setzenFalls Ihr an dieser Stelle wisst, wie viel Kelvin Eure verwendete Beleuchtung hatte, dann könnt Ihr den Wert ebenfalls noch eintragen. Wählt anschließend die Pipette oben im Menü für den Weißabgleich und testet den Grauwert in den 18% neutralgrauen Flächen des SpyderCubes (welche dies sind, erfahrt Ihr auch in unserem gestrigen Beitrag). Ihr werdet feststellen, dass die RGB Werte der neutralgrauen Flächen bei etwa R: 68, G: 69, und B: 60 liegen. d.h. das Bild hat einen Farbstich der im gelben Farbbereich liegt.

Belichtung anpassen2. Schritt: Ersten Weißabgleich vornehmen

Dies ist der einfachste Schritt am Weißabgleich mir dem SpyderCube. Klickt hierfür mit der Weißabgleichs-Pipette in die neutralgraue Fläche des SpyderCubes und Photoshop passt diese neutralgraue Fläche (und damit das gesamte Bild) auf eine gleiche Farbzusammensetzung in den neutralgrauen Farbbereichen an. Der Farbstich sollte nun vom Bild entfernt sein, wie Ihr auch hier in der linken Abbildung erkennen könnt. Ich habe Euch zur Sicherheit noch die Weißabgleichs-Pipette grün markiert.

Lichter des Fotos anpassen mit Hilfe des Spydercubes3. Schritt: Neutralgraue Fläche auf 50% Grau bringen und Belichtung anpassen

Da der neutralgraue Wert noch viel zu niedrig ist, um den 50% Grau zu entsprechen, regelt Ihr am besten die Belichtung des Bildes nach oben, so lange bis Ihr etwa die Hälfte der 255 RGB Farbtöne (also ca. 125 in allen Farbtönen) erreicht habt. Danach ist das Bild von der Belichtung her völlig in Ordnung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass hier wieder ein Clipping auftritt (rot markierte Flächen) wo Teile des Bildes überbelichtet sind (siehe Abbildung links). Um diese wieder anzupassen, ohne den Farbwert des Neutralgraus nicht zu verändern, nehmt Ihr am besten den Regler eins drunter und schiebt diesen so lange nach rechts, bis außer in den Spitzlichtern des Fotos (auf der Chromkugel des SpyderCubes) keine roten Flächen mehr auftauchen. Das bearbeitete Bild sehr Ihr hier auf der rechten Seite.

SpyderCube verwenden um den Schwarzwert zu korrigieren4. Schritt: Schwarzwert / Tiefen korrigieren

Jetzt geht es nur noch darum die Tiefen des Fotos auf einen guten Wert zu bringen. Hier hebt Ihr den Tiefen-Wert so lange an, bis die Lichtfalle des SpyderCubes fast komplett mit blauer Farbe gefüllt ist. Wenn Ihr noch zu wenig Zeichnung im Motiv habt, könnt Ihr nun den Kontrast so weit erhöhen, wie es Euch zusagt. Dabei müsst Ihr nur noch auf das Clipping im Weiß und in der Lichtfalle achten.
Wenn Ihr diese Einstellung nun für eine ganze Reihe von Fotos verwenden wollt, die unter den selben Lichtbedingungen aufgenommen worden sind, so speichert Ihr am besten diese Voreinstellung ab und könnt nun, ohne das Bild zu speichern eine komplett Bildserie ganz einfach in Photoshop oder einem anderen RAW-Prozessor Eurer Wahl aufmachen und die Voreinstellung aus dem ersten Bild mit dem SpyderCube von Datacolor auf alle Fotos anwenden. So habt Ihr ganz schnell die passenden Weißabgleich-Einstellungen für eine ganze Fotoserie.
Ich hoffe ich konnte Euch damit weiterhelfen und wünsche Euch nun viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren.