Tutorial: Portraitaufnahmen in Photoshop verbessern

Portraits verbessern - Photoshop Tutorial

Portraits verbessern - Photoshop TutorialIn letzter Zeit begegnet uns dieser extreme Effekt in der Portraitfotografie immer öfter. Wir wollen Euch an dieser Stelle ein Tutorial bieten, mit dem Ihr diesen Effekt in Photoshop selbst ausprobieren könnt. Das Ausgangsbild ist ein Public License Bild, welches Ihr hier runterladen könnt, wenn Ihr kein passendes Bild zur Verfügung habt. Das Gute an diesem Effekt ist, dass es nahezu mit jeder Portraitaufnahme gut aussieht. Allerdings passt dieser Effekt eher zu Männer-Portraits als zu Frauengesichtern, da es den gesamten Bildeindruck sehr hart macht. Links seht Ihr den Effekt im Vergleich  (links vorher und rechts nachher). Ach ja, und bei Kindern würde ich von dem Effekt auch Abstand nehmen – lieber die Finger davon lassen, denn es sieht „etwas“ komisch aus.

Portraitfotografie-Tutorial - Hintergrundebene dublizieren1. Schritt: Hintergrundebene in Photoshop dublizieren & Bild anschließend schärfen

Wenn Ihr das Foto in Photoshop geöffnet habt, dupliziert die Hintergrundebene mit „Apfel + j“ bzw. „Strg + j“ (alternativ mit Rechtsklick auf die Hintergrundebene und Ebene duplizieren auswählen). Diese neue Ebene wird die Ebene sein, mit der wir weiter arbeiten, damit wir das Original-Foto nicht verändern. (Abbildung links)
Anschließend wählt Ihr im Programm-Menü den Punkt Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren, ändert die Stärke des Effekts auf 100% und sucht einen Radius um die 4 px, damit der Effekt deutlich genug hervorkommt. Der Schwellenwert kann so belassen werden bzw. auf „0“ stehen. Das Ergebnis könnt Ihr hier in der rechten Abbildung im Vergleich bereits ganz gut erkennen.

Portraitfoto verbessern - Tiefen und Lichter verbessern2. Schritt: Tiefen und Lichter anpassen

Geht nun wieder in das Programm-Menü. Unter Bild > Korrekturen > Tiefen / Lichter nehmt Ihr etwas den Kontrast aus dem Bild heraus und schraubt die Helligkeit der Schattenbereiche nach oben. Die Einstellungen könnt Ihr für die Tiefen wie folgt vornehmen: Stärke = 50%, Tonbreite = 50%, Radius = 30px. Weiter geht es mit den Einstellungen für die Lichter: Stärke = 25%, Tonbreite = 50%, Radius = 80px. Anschließend die Korrekturen anpassen mit folgenden Werten: Farbkorrekturen +27 und und Mittelton-Kontrast bei +32. Danach könnt Ihr die bearbeitung mit „o.k.“ auf das Bild anwenden.

Anwendung des Nachbelichter-Werkzeuges in der PortraitfotografieDetails hervorheben mit Nachbelichter-Werkzeug - Potraitfotografie-Tutorial3. Schritt: Nachbelichter Werkzeug verwenden

Links seht Ihr die passenden Einstellungen des Nachbelichter-Werkzeuges. Das Nachbelichter-Werkzeug bewirkt, dass Bereiche des Bildes dunkler werden und dadurch der Kontrast der Bereiche in den Fotos erhöht wird.
Besonders geeignet sind markante Bildbereiche in der Potraitfotografie – z.B. Falten und andere markante Gesichtseigenschaften.
Rechts seht Ihr das Ergebnis nachdem wir die Stirn und die Backen mit dem Nachbelichter „überpinselt“ haben.

Abwedeln-Werkzeug in Photoshop verwendenAugen mit dem Abwedeln-Werkzeug aufhellen - Photoshop-Tutorial4. Schritt: Abwedeln-Werkzeug anwenden

Nachdem wir einige markante Teilbereiche des Fotos bereits mit dem Nachbelichtungs-Werkzeug in Photoshop herausgearbeitet haben, wollen wir die Augen noch stärker in den Vordergrund rücken. Hierzu nehmt Ihr das „Abwedeln-Werkzeug“ mit den Einstellungen aus dem Bild auf der linken Seite und malt damit die weißen Augenpartien aus.
Das Ergebnis dieses Arbeitsschrittes seht Ihr in der rechten Abbildung.

Hochpassfilter in der Portraitfotografie - TutorialEbenenmodus ineinanderkopieren - Photoshop Ebenen Tutorial5. Schritt: Hochpassfilter anwenden

Zuerst dubliziert Ihr die bearbeitete Bildebene in Photoshop. Danach geht Ihr auf Filter > Sonstige Filter > Hochpassfilter im Photoshop-Programm-Menü und übernehmt die Einstellung aus der linken Abbildung. Wir haben für den Hochpass einen Radius von 6px. Ihr erhaltet eine graue Fläche auf der soeben angelegten neuen Ebene bei der Ihr die Konturen des Gesichtes erkennen könnt (siehe Abbilung links).
Wählt nun in der Ebenenoption „ineinanderkopieren“ aus und setzt die Deckkraft der Hochpass-Filterebene auf 50% damit der Effekt nicht zu extrem wirkt. Das Ergebnis seht Ihr rechts.

Umgang mit Tonwertkorrektur-Ebene in Photoshop6. Schritt: Tonwertkorrektur-Ebene einfügen

Wenn Ihr bereits eine neuere Photoshop-Version besitzt, dann könnt Ihr in der Ebenenpalette eine neue Tonwertkorrektur-Ebene einfügen. Ansonsten funktioniert dieser Schritt auch, wenn Ihr im Programm-Menü auf Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur geht.
Hier wählt Ihr die Schattentonwertspreizung (links unter dem Diagramm) aus und gebt in dem Feld eine die Zahl 12 ein. Danach könnt Ihr den Effekt auf das Foto anwenden.

Helligkeit und Kontrastebene in Photoshop7. Schritt: Helligkeit / Kontrast – Einstellungsebene einfügen

Weiter geht es mit dem Einfügen einer Helligkeits- und Kontrastebene auf dem selben Weg wie im Schritt zuvor. Hier habe ich sehr dezente Einstellungen gewählt und die Helligkeit um 6 Punkte reduziert und den Kontrast um 15 Punkte erhöht. Das Ergebnis seht Ihr auch wieder in der linken Abbildung.
Allzuviel geändert hat sich in diesem Schritt nicht.

8. Schritt: Belichtungsebene einfügen

Auch hier könnt Ihr wieder entweder eine Belichtungsebene einfügen, oder die Option im Menü unter Bild > Korrekturen > Belichtung wählen. Wir wollen die hellen Stellen wieder verkleinern und die Schattenbereiche in der Portraitaufnahme vergrößern. Aus diesem Grund haben wir folgende Einstellungen gewählt: Belichtung = + 0,29, Spreizung = -0,0098 und den Gammawert habe ich hier erhöht um 0,98. Das Ergebnis seht Ihr hier wieder links abgebildet.

Farbton und Sättigung korrigieren in Photoshop - Tutorial9. Schritt: Farbton und Sättigung regulieren

Als allerletzten Schritt will ich noch Farbton bzw. Sättigung des Fotos regulieren. Hierfür gibt es auch wieder die Möglichkeit entweder eine Farbton- und Sättigungs-Ebene einzufügen, oder übers Menü diese Einstellung vorzunehmen.
Hier habe ich einfach die Sättigung des Fotos um 15 reduziert.

In Photoshop fertig bearbeitetes PortraitNachdem Ihr jetzt mit dem Tutorial für die Portrait-Bearbeitung fertig seid, könnt Ihr Euch noch überlegen, ob Euch der Effekt zu stark ist oder nicht. Ich habe hier in dem rechten Bild, welches das Ergebnis des Tutorials anzeigt, noch die Ebenen mit 20 % reduzierter Deckkraft über das Original darübergelegt, damit die kontrastreichere Darstellung des Gesichtes etwas in den Hintergrund gerückt wird.

Nun aber viel Spaß beim selbst ausprobieren!

Bildreferenz: Ausgangsfoto von Lex Dolgatshjov

4 Comments

  • Tobias sagt:

    Da suche ich schon ewig nach dieser Bearbeitungstechnik und stosse durch Zufall so nebenbei drauf. Danke. Werde das direkt in den kommenden Tagen mal ausprobieren.

    • Ben Moll sagt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Diese Bearbeitungstechnik stellt sicher nur eine Möglichkeit der Bearbeitung dar, allerdings habe ich recht gute Erfahrungen damit gemacht.
      Beste Grüße!

  • Jörg Weess sagt:

    ich kann meinem vorredner nur beipflichten – es gibt eine unendliche zahl an bildern im netz, nur erkennt man leider nicht am foto selbst, wie es bearbeitet wurde. solche und andere erläuterungen übrigends auf dieser seite in den tutorials sind allesamt sehr effektiv, einfach nachzuvollziehen und reizen einen, sich mehr mit den einzelnen themen zu beschäftigen – nochmals vielen dank für die mühe!

  • Noki sagt:

    Wahnsinn! Effektiv, einfach und verständlich. Das Ergebnis ist das, was ich schon lange probiert, aber nie geschafft habe. Danke!

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