Grundlagen der Fotografie – Teil 1: Blende

Vergleich unterschiedlicher Blendeneinstellungen

Vergleich unterschiedlicher BlendeneinstellungenHeute zum Thema Fotografie der Beginn einer kleinen Grundlagenserie: Heute gehts um die Blende und damit auch um die Schärfe in der Fotografie.

Wenn Ihr Euch schon mal mit dem Thema ein bisschen auseinandergesetzt habt, dann werdet Ihr neben Farbproblemen sicher auch öfter auf das Problem mit der richtigen Schärfe gekommen sein, von richtiger Beleuchtung und Anderem mal ganz abgesehen. Die Blende in der Fotografie definiert eigentlich die Blendenöffnung des Objektivs. Dabei gilt immer Je größer die Blendenzahl (z.B. 22) desto kleiner die Blendenöffnung aber desto schärfer auch das Motiv. Je kleiner die Blendenzahl (z.B. 2.8) desto größer die Blendenöffnung und desto kleiner ist die Schärfentiefe. (Vielleicht sollte ich das Thema „Schärfentiefe“ genauer noch mal durchnehmen, denn Fotos mit kleiner Blende sind ebenso „scharf“ wie die mit großer Blende, nur eben anders).

In Abhängigkeit zur Blendenzahl ändern sich auch Belichtungszeiten bei der Available Light Fotografie, denn wenn die Blende weit offen ist, fällt mehr Licht auf den Film (bzw. den Chip bei DSLR-Kameras) und desto kürzer müsste man in der Regel auch belichten.

Was ist die Blende in der Fotografie?

Die Blende ist im Objektiv versteckt und (je nach Objektiv) mit unterschiedlicher Anzahl und unterschiedlich geformten Lamellen versehen. In manchen Fotografie-Büchern habt Ihr vielleicht schon mal öfter einen der folgenden Sprüche gelesen, wobei glaub ich der bekannteste davon wirklich der erste ist.

Wenn die Sonne lacht 1/125 und Blende 8.
Hat die Sonne frei, nimm Blende 2
Willst Du mit ’nem Makro nicht untergehn: Blende 16.
Ist die Schärfentiefe ranzig, nimm Blende 22.

Wie sieht eine Blende im Objektiv einer Foto-Kamera aus?Als kleine Veranschaulichung habe ich hier mal eine Skizze einer Blende angefertigt, um zu zeigen wie diese im Objektiv aussieht.

Im Übrigen wird bei optischen „Systemen“ zwischen Aperture-Blenden und Gesichtsfeld-Blenden unterschieden. In der Fotografie sind aber meines Wissens fast außschließlich nur Aperture-Blenden im Einsatz. Diese Blenden beeinflussen lediglich die Lichtintensität und damit auch die Schärfentiefe, aber nicht das Gesichtsfeld, sodass immer noch der komplette Bildausschnitt sichtbar ist. Somit ist die Abbildung links nicht ganz richtig, denn der eigentliche Ausschnitt des Bildes wird nicht verändert und beeinflusst durch die Größe der Blendenzahl.

Wie beeinflusst die Blende die Verschlusszeit?

In den regulären Spiegelreflex Kameras gibt es einen Modus in dem abhängig von der Blendenzahl (f) die Verschlusszeit automatisch angepasst wird. Fotografiert man jedoch im manuellen Kameramodus (was ich im Übrigen jedem empfehlen kann, der lernen will, wie er mit seiner Kamera umgeht), so sollte man wissen, in welchem Zusammenhang die Blende zur Verschlusszeit steht. Unsere Konstante in diesem Fall ist die Belichtung. Wir wollen, dass die Belichtung des Fotos immer gleich bleibt.

f1.4f2.0 f2.8f4f5.6f8f11f16f22f32f45
1/10001/5001/2501/1251/601/301/151/81/41/21

Es ist wichtig die Zahlen grob zu kennen, da man je nach gewünschter Schärfentiefe so schnell die manuelle Belichtungszeit grob bestimmen kann.

Erklärung zur Tiefenschärfe - Blendeneinstellung - SkizzeWie entsteht die Schärfentiefe abhängig von der Blende?

Auch hierzu möchte ich Euch eine kleine Skizze zur besseren Veranschaulichung liefern.
Auf dieser Skizze könnt Ihr erkennen, wie der optisch scharfe Bereich entsteht und warum dieser von dem Zustand der Blende (offen oder geschlossen) abhängt. Je mehr die Blende geschlossen ist, desto größer wird der scharfe Bildbereich.

Welche Blendenzahl eignet sich für welche Art der Fotografie?

Dies so einfach zu beantworten ist fast nicht möglich. Es gibt jedoch gewisse Fotografie-Richtungen, die mit bestimmten Blendenbereichen arbeiten. Bei der Architekturfotografie und bei der Landschaftsfotografie sind es here die kleineren Blenden um ausreichend Tiefenschärfe zu erhalten. In der Produktfotografie arbeitet man professionell mit sogenannten Fachkameras, die im Vollformat Fotos der Produkte aufnehmen und teilweise dazu in der Lage sind Blendenzahlen bis zu f60 zu erreichen. In der Modefotografie ist es abhängig von der Situation; wo man am Laufsteg eher kleinere Blendenzahlen verwendet, da hier meist ohne Blitz fotografiert wird und es um schnelle Verschlusszeiten geht. Aber auch in Fashion Shootings im Studio werden eher kleinere Blenden verwendet, da z.B. oft mit Wind gearbeitet wird, und man schließlich keine unscharfen Bilder erhalten möchte.
Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte, ist der Einsatz von Blendenreihen um ein Motiv möglichst scharf aufzunehmen. Dies ist eine Möglichkeit, durch übereinanderlegen von Fotos eine scharfe Abbildung eines Gegenstandes zu erhalten.
In der privaten Fotografie würde ich mich eigentlich immer so zwischen Blende f2.8 und Blende f5 bewegen. Das reicht für die meisten Situationen aus. Wer aber mehr dazulernen möchte, sollte sich aber auch mal in der Verwendung anderer Blenden zu üben. Ich hoffe, Euch hier ein paar wichtige Informationen bieten zu können. Viel Spaß nun beim Experimentieren mit Blendeneinstellungen.

Bildreferenzen: Illustrationen von mir, Bubbles Bilder von Keith Williamson unter CC-Lizenz publiziert