Grundlagen der Fotografie – Teil 3: Belichtungszeit

Grundlagen der Fotografie - Teil 3 - Belichtungszeit

Neben den Grundlagen der Fotografie, der Blende und dem ISO-Wert eines Films bzw. der ISO-Einstellung einer Kamera gehört auch die Belichtungszeit. Die Belichtungszeit oder Belichtungsdauer ist die Zeit, in der die Blende zur Belichtung eines Bildträgers, egal ob Chip oder Film, geöffnet ist. Die Belichtungszeit steht immer in Abhängigkeit von Blende und ISO-Wert. Ist die Blendenzahl hoch, d.h. die Blende wenig geöffnet (z.B. Blende 32), ist eine lange Belichtungszeit notwendig um genügend Licht aufzunehmen. Will man oder muß man in bestimmten Situationen die Belichtungszeit aber wieder verkürzen und braucht man dennoch eine hohe Schärfentiefe, so kann man nur mit dem Anheben des ISO-Wertes die Belichtungszeit verkürzen.

Lange Belichtungszeit

Lange Belichtungszeit am Beispiel eines WasserfallsZum Thema der Belichtungszeit haben wir bereits für Langzeitbelichtungen einige Tutorials geschrieben. Hierzu findet Ihr mehr in der Kategorie Fototechnik  > Theorie bzw. direkt hier. Links könnt Ihr noch ein Beispiel sehen, das mit langer Belichtungszeit aufgenommen worden ist. Hier schwimmen die einzelnen Konturen des Wassers und werden so zu einem weichen, fließenden Vorhang. Einen solchen Effekt kann man auch mittels eines Graufilters bei Tageslicht erzielen. Graufilter haben je nach Dichte die Aufgabe, die Belichtungszeit auch bei Tageslicht in die Länge zu strecken.

Kurze Belichtungszeit

Kurze Belichtungszeit am Beispiel eines WassertropfensIm Kontrast zu Langzeitbelichtungen stehen Belichtungszeiten von 1/2000 als dem 2.000stel einer Sekunde. Hiermit kann man ganz kurze Augenblicke festhalten, was in der High-Speed Fotografie eine große Rolle spielt. Ein typisches Beispiel für eine Kurzzeitbelichtung seht Ihr hier in der Abbildung links. Hier treten oftmals ohne passende Ausrüstung einige Probleme auf. Zum einen ist es sehr schwierig die richtige Schärfeebene bei einer solchen Makroaufnahme zu treffen. Hierzu müsste man die Blende weiter schließen, was allerdings wieder längere Belichtungszeiten zur Folge hat.
Zum anderen könnte man den ISO-Wert heraufsetzen, was jedoch wieder zu ungewolltem Rauschen führen würde. Hierzu kommt demnächst noch ein Tutorial für Euch.

Wie wählt man die richtige Belichtungszeit?

Bei der manuellen Fotografie gehe ich in der Regel, wenn ich unterwegs bin, wie folgt vor. Normalerweise fotografiere ich mit einem festen ISO-Wert. Je nach Aufnahmesituation bzw. nach Motiv wähle ich meine Blendeneinstellung und wähle dann eine zur Blende passende Belichtungszeit. Im Viewfinder der Kamera wird, egal ob Canon, Nikon oder ein anderes Fabrikat, in der Regel angezeigt, ob das Bild unter- oder überbelichtet sein wird. Jetzt wähle ich die Belichtungszeit so, dass die Anzeige genau zwischen + und -, in der „0“-Position ist.
Mit etwas Übung schafft man es Belichtungszeiten von bis zu 1/30 aus der Hand zu fotografieren. Beginnt man mit der manuellen Fotografie, so empfiehlt es sich Belichtungszeiten von maximal 1/125 aus der Hand zu fotografieren. Erreicht man diesen Wert nicht, so gibt es nur die Möglichkeit den ISO-Wert heraufzusetzen oder die Tiefenschärfe zu reduzieren und damit die Blende. Diese beiden Einstellungen lassen sich locker mit der rechten Hand schnell treffen, sodass man auch dazu in der Lage ist, Schnappschüsse auf diese Weise durchzuführen.

Am besten ist es, Ihr übt einfach ein bisschen mit den Einstellungen Eurer Kamera und macht Euch mit den Objektiven vertraut, sodass Ihr wisst, wie sich die Helligkeit (der Lichtfaktor) Eures Objektivs auch auf die Belichtungszeit auswirkt.

 

Bildreferenz: Wasserfall, Wassertropfen

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