Tutorial: Eindrucksvollere Schwarz Weiß Fotografien

Tutorial Schwarz Weiß Fotografie verbessern

Erste Version der Schwarz-Weiß FotografieWenn Ihr Euch mal das Schwarz Weiß Foto auf der linken Seite anseht, dann wirkt es in erster Linie eigentlich relativ, mehr oder weniger, gelungen. Wie Ihr an dem Foto erkennen könnt, handelt es sich dabei um eine Aufnahme, die sich aus 4 oder 5 Serienaufnahmen zusammensetzt.
Diese habe ich in Photoshop mit der Automatisierungs-Funktion zu HDR zusammenfügen erstellt und leider, wie mir erst nach einiger Zeit aufgefallen ist, einiges dabei übersehen, bzw. vergessen. Ich habe mich zugegeben auch nicht groß damit auseinandergesetzt, da ich bereits in einigen Gruppen sehr gute Beurteilungen und positives Feedback zu dem Foto erhalten hatte.

Zur Aufnahmesituation

Kurz ein paar Hintergrundinformationen zu dem Schwarz-Weiß Foto. Entstanden ist das Foto Anfang März in München, über dem Mittleren Ring beim Olympiazentrum. Jeder der in München lebt, erkennt die Stelle und ich denke, dass auch jeder der schon mal mit dem Auto in München gewesen ist und vom Norden her in die Stadt reingekommen ist, zumindest schon mal unter dieser Brücke auf der ich stand, hindurchgefahren ist. Also, es war Anfang März, saukalt und bedeckter Himmel, eigentlich genau die richtige Lichtsituation die ich brauchte, um schöne Fotos vom Dach des Olympiastadions und der angrenzenden Gebäude zu machen. Dabei kam mir während des Fotografierens die Idee doch den Mittleren Ring mal tagsüber aufzunehmen. Als gestalterisches Element (da ich eh gerade so auf Symmetrieen an diesem Tag aus war), wollte ich die Oberbeleuchtung des Mittleren Rings genau übereinandergelegt fotografieren, sodass eine nach hinten abfallende Linie entsteht.
Da alles an diesem Tag eh schon eine Zitterpartie gewesen ist und mir meine Hände schon schier abfroren, trotz Handschuhe, machte ich relativ zügig 5 Aufnahmen der Szene im Stacking-Modus der Nikon D700 und zog ab.

Schwarz Weiß Fotografie aus Photoshop

Zu Hause angekommen, nahm ich mir gleich die Bilderserie vor und entschied mich hier bei diesem Bild zu einer HDR Entwicklung, da ich genügend Struktur in den Wolken behalten wollte und gleichzeitig der Vordergrund immer noch hell genug bleiben sollte, trotz anbrechender Dämmerung. HDR hat für mich eigentlich mittlerweile fast seinen Reiz verloren und ich wende es wirklich nur noch gelegentlich an, wenn ich Bildbereiche zusätzlich erhellen will. Dennoch fotografiere ich viele Motive nach wie vor mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, da ich es zum einen gewohnt bin und die Arbeitsschritte an der Kamera schon fast wie im Schlaf ablaufen, zum anderen will ich mir für zukünftige Bearbeitungen der Fotos, egal, ob nachher ein Schwarz Weiß Foto rauskommt, oder ob es farbig bleibt, noch genügend Dynamik und Farbumfang erhalten.
Über das Menü Datei > Automatisieren > HDR könnt Ihr das selbst gleich mal ausprobieren, denn es ist eigentlich keine schwere Angelegenheit. Das Foto war letztendlich fertig, ich dachte, es sei eigentlich ganz gut geworden, also entschied ich mich, es zu speichern und ab damit auf zwei meiner Foto-Portfolios.

Vergleich mit der neuen Schwarz Weiß Bearbeitung

Verbesserte Schwarz Weiß FotografieWenn Ihr folgendes Bild – im Übrigen entstanden aus genau den selben Bilddateien – anseht, dann habe ich im Nachhinein doch einige Dinge verändert.
Als Allerestes, und vermutlich auch das Offensichtlichste, habe ich das Format aus dem 4:3 in ein 1:1 Format (quadratisch) umgewandelt. Manchmal sollte man den Schritt einfach wagen und Teile von Fotos einfach abschneiden, da hierdurch eine völlig neue Dynamik entstehen wird. Da gerade quadratische Fotos eher auffallen, ist dies oft kein schlechter Schritt.
Ich habe Euch im Absatz zuvor eigentlich von meiner Intension erzählt, die Laternenmasten zu überlagern (was mir auch gelungen ist).

Bildaufteilung in der Schwarz Weiß FotografieWenn Ihr Euch das rechte Foto mit den Linien unter dem Gesichtspunkt noch mal anseht, dann seht Ihr die Aufteilung im 9 Zonen System. Im Zentrum des Betrachters liegt das obere Ende der Lampe, Straße und Hintergrund fallen fast ein wenig aus dem Fokus heraus, da es dem Schwarz Weiß Foto etwas an Kontrast fehlt. Der Himmel bietet zu wenig Kontrast zum Rest der Szene und – um das auch noch anzumerken – ich habe vergessen, das „Ghosting“, welches für die HDR-Fotografie manchmal typisch sein kann, zu entfernen. Bildaufteilung Quadratische Schwarz Weiß FotografieAlso startete ich einen neuen Ansatz und probierte mit den Formaten rum. Hier viel mir auf, dass trotz gleicher Seitenverhältnisse (s. Bild links), alleine die Wahl eines quadratischen Formates viel mehr Spannung auf den Himmel bringt und der Himmel, durch zusätzliche Anhebung des Kontrastes und der Belichtung des Bildes, viel eher die Aufmerksamkeit des Betrachters erregt.

Das „Ghosting“ wird im Übrigen das Auftreten doppelter oder Mehrfacher Abbildungen des gleichen Objektes genannt, welches gerade durch die Überlagerung einzelner Bildbereiche in der HDR-Fotografie öfters auftreten kann. Um diesen störenden Effekt nicht nur in der Schwarz Weiß Fotografie zu entfernen, aktiviert bitte im Dialogfeld des HDR-Bearbeitungsmenüs in Photoshop die Funktion „Ghosting entfernen“ mit einem Haken. Photoshop ist dazu in der Lage das Ghosting in der Regel in fast jeder Situation rauszurechnen und liefert damit ein perfektes Ausgangsbild für die weitere Bearbeitung des Schwarz Weiß Fotos in Lightroom.
Die Farbwerte oder besser Schwarz Weiß Werte oder Grauwerte innerhalb der beiden Fotos sind nahezu identisch, selbst wenn in der neueren, quadratischen Fassung, der Kontrast und die Sättigung von Schwarz etwas erhöht worden ist, um den Himmel dementsprechend zu erhalten.

Fazit

Was wir so feststellen können ist, dass zu viel HDR in der Schwarz Weiß Fotografie nicht immer passend ist und man hier doch mehr mit Kontrasten arbeiten sollte und in Kauf nimmt, dass eben nicht alle Tonwertstufen erfasst sind. Zum Anderen ist es wichtig, mit Formaten und Bildausschnitten zu experimentieren, um die eigene Fotografie ansprechender zu gestalten. Scheut Euch auch nicht, ein Foto öfters „anzufassen“ und Varianten durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken zu erstellen. Ihr könnt nur daraus lernen! Nun aber viel Spaß mal wieder bei der eigenen Bildbearbeitung.

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