B+W Professional IR-830 Filter von Schneider Kreuznach im Einsatz

Infrarot Fotografie mit B+W IR-839 Filter

Schneider Kreuznach ist ein 1913 gegründetes Unternehmen aus Deutschland, welches um 1915 mit der Produktion eigener Objektive für die Filmindustrie und ab 1920 erste Großformat Weitwinkel-Objektive berechnete, welche 1930 zur Entwicklung des bekannten Angulon 1:6,8 führte. 1985 übernahm Schneider Kreuznach die weltbekannte B+W Filterfabrik aus Wiesbaden und produziert seit dem hochwertige fotografische Filter. Durch die Umstellung auf Digital-Fotografie kommen Produktlinien hinzu, die gerade für die neuen Senoren digitaler Spiegelreflex-Kameras geeignet sind. B+W Filter sind die bekanntesten Filter, die bei Fotografen einen sehr guten Ruf genießen.

 

Der B+W Professional IR-830 Infrarot-Filter

Heute will ich euch den B+W Professional IR-830 Filter vorstellen und ein paar generelle Informationen zur IR-Fotografie bieten. Infrarot-Strahlung ist ab einer Wellenlänge von 780 nm sichbar. Die besten Filter, so wie der hier vorgestellte IR-830, wurden speziell für die Anwendung für digitale Fotografie entwickelt und ist empfindlich bis zu einer Wellenlänge zwischen 780 nm und 830 nm.

Funktionsweise eines IR-Filters

Infrarot Fotografie mit B+W IR-839 FilterEin IR-Filter filtert alle für den Menschen sichtbare Lichwellenlängen heraus und lässt ausschließlich Infrarot-Strahlung auf den Sensor oder Film. So kann man eine sehr interessante Lichtwellenlänge aufnehmen, die uns neue Eindrücke in der Fotografie bieten. Besonders für die Schwarz Weiß Fotografie ist der Einsatz von IR-Filtern interessant, da diese Filter einen besonderen Farbeindruck hinterlassen.
Das Besondere ist, dass die grünen Bestandteile von Pflanzen einen sogenannten „Mondscheineffekt“ erhalten. Durch den Filter werden alle blauen und grünen Farbanteile unterdrückt. Man weiß also nie, was am Ende einer Aufnahme auf einen wartet.
Aber Achtung: Nicht jeder DSLR Chip ist noch empfindlich auf den Infrarot-Bereich des Lichtes. Ihr solltet Euch am liebsten vorab bei Eurem Kamerahersteller informieren, ob die Kamera noch auf Infrarot empfindlich reagiert. Auch bei Google finden sich einige Ressourcen, bei denen man nachsehen kann. In meinem Test mit einer Nikon D700 war der Einsatz des B+W Professional IR-830 Infrarot-Filters gar kein Problem.

Handhabung eines Infrarot-Filters

Infrarot-Fotografie zur MittagsstundeDa ein IR-Filter kein sichtbares natürliches Licht mehr hindurchläßt, ist es nahezu unmöglich, vorab zu bestimmen, wie lange die Belichtungszeit beim Einsatz mit einem IR-Filter ist. Ich habe gestern zwei Aufnahmen aufgenommen, eigentlich unter ähnlichen Lichtverhältnissen, bzw. vermeintlich ähnlichen Lichtverhältnissen. Das erste wurde aufgenommen am Frühen Sonntag Morgen mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden, zweiteres etwa 4 Stunden später mit einer Belichtungszeit von einer knappen Minute. Morgens ist der Anteil der IR-Strahlung der Sonne wesentlich höher, als tagsüber. Abends war das selbe Phänomen zu beobachten, denn auch hier war die Belichtungszeit wieder kürzer. Der Einsatz von Infrarot-Filtern ist also generell ohne Stativ nicht möglich.

Die Verarbeitung des B+W IR-830 IR-Filters von Schneider Kreuznach

Selbes Motiv ohne Filtereinsatz des IR-830 B+W Professional zur Darstellung der VignettierungWie bereits anfangs erwähnt ist Schneider Kreuznach einer der Top Hersteller von Objektiv-Filtern für die Fotografie. In beiden Testfotos hatte ich den Filter auf meinem Nikon Nikkor AF 20 – 35 mm 1:2,8 D. Als Vergleich habe ich Euch hier ein unbearbeitetes Foto mit dem Objektiv angehängt, damit Ihr die Vignettierung des Objektivs selbst beurteilen könnt. Die Vignettierung in der Infrarot-Aufnahme kommt nicht vom aufgeschraubten Filter von Schneider Kreuznach.
Was mir generell sehr gut bei allen B+W Filtern von Schneider Kreuznach wirklich gut gefällt, ist dass der Teil des Filters den man zum Festschrauben braucht, ausreichend stark ist, sodass man genügend Grifffläche hat um den Filter fest auf das Objektiv zu verschrauben.
Der  IR-830 Filter des Herstellers ist mehrfach vergütet, das Schraubgewinde sitzt perfekt auf dem Objektiv mit 77 mm. Rein aus meiner Erfahrung heraus, kann ich Euch sagen, dass es sich mehr als lohnt, mehr Geld in gute Filter zu investieren, da die Schärfe und Auflösung hochwertiger Filter für Objektive einfach nicht zu ersetzen sind. Oft verschlechtern minderwertige und günstigere Filter die Performance eines guten Objektives so extrem, sodass man eigentlich hier am falschen Ende spart, und sich am Ende ärgert, weil die Performance des Filters nicht passt. Infrarot-Filter beginnen bereits in einer Preislage von etwas über 30 Euro, wobei ich aus eigener Erfahrung sagen muss, dass die Qualität bei günstigeren Modellen einfach nicht stimmt. Die einzigen relevanten und halbwegs vergleichbaren Filter, die mit dem B+W IR 830 Infrarot-Filter von Schneider Kreuznach mithalten können, ist ein IR-Filter von Hoya und einer von Heliopan, die beide in fast der selben Preisklasse des B+W Filters liegen.

Fazit

IR Fotografie in Schwarz Weiß Foto umgewandeltSchwarz-Weiß Version ohne Infrarot-FilterIR-Fotografie macht sehr viel Spaß und liefert wunderschöne Ergebnisse in Schwarz Weiß, sowie je nach Weißabgleich, interessante Farbergebnisse in der analogen und digitalen Fotografie. Wie zu erwarten war der B+W IR-830 Filter von Schneider Kreuznach in Punkto Verarbeitung und Abbildungsleistung einmalig gut. Links seht Ihr eine Aufnahme zur selben Tageszeit wie die rechte. Die rechte ist aus einem Foto ohne IR-Filter entstanden, die linke ist mit IR-Filter gemacht worden. Hier kommen die Konturen viel besser heraus, der Himmel wird eindrucksvoller – ein absolutes Muss meiner Meinung nach.
Schön ist generell, dass selbst die Aufbewahrungsboxen für den Filter einen absolut stabilen und hochwertigen Eindruck hinterlassen, was gerade für den Transport des Filters im Foto-Rucksack echt interessant ist. Hier rutschen die Filter nicht, da sie in einem Schaumstoffbett gelagert sind.

Da alle B+W Filter, die ich bislang von Schneider Kreuznach besessen habe qualitativ meine Ansprüche absolut erfüllt haben, kann ich diese Filter nur weiterempfehlen.

4 Comments

  • Dominik sagt:

    Schöner Artikel, bringt mich vielleicht dazu meinen IR-Filter mal wieder rauszukramen und einzusetzen!
    Toll ist natürlich bei deinen Bildern der zusätzliche Effekt des „weichen“ Wassers durch die lange Belichtungszeit. Dass macht das Bild zu den ungewohnten Kontrasten noch surrealer.
    Zu dem Thema hätte ich doch gleich noch nen Artikelwunsch. Vielleicht magste mal ein Tutorial zu Farb-IR`s wie dieses hier machen:
    http://view.stern.de/de/picture/636347/Schweiz-Infrarotfotografie-IR-Fotografie-Seepark-Kreuzlingen-Seepark-Kreuzlingen-510×510.jpg

    Gruß & guten Wochenstart!
    Dominik

    • Ben Moll sagt:

      Hallo Dominik,
      vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich mag IR-Filter auch sehr gerne, weil auch durch die lange Belichtungszeit eben diese schönen Effekte, wie „weiches“ Wasser und „fließendere“ Wolken entstehen. Ich hab meinen IR-Filter auch eine Weile nicht mehr in Verwendung gehabt, werde es aber heute gleich noch mal machen, weil es echt Spaß gemacht hat.
      Das mit dem Artikel ist echt eine gute Idee… Ich denke, dass ich vielleicht heute gleich dazu komme, ein paar Fotos mit der Technik zu machen.

      Beste Grüße und auch Dir einen guten Start in die Woche :)
      Ben

  • Stephan sagt:

    auch ich muss sagen wiedermal ein wunderbarer ausführlicher Artikel.
    Auch ich hatte mir vor 2 Jahren als in fast jeder Fotozeitung darüber berichtet wurde in aller Eile einen ähnlichen Filter zugelegt. Die Entäuschung war dann groß als ich nur schwarz gesehen hab weil meine Kamera (Eos 350D & 50D) nicht für solche Fotos geeignet sind.Das haben die Zeitschriften nämlich nicht geschrieben.
    Aber selbst wenn ich jetzt deine Fotos anschaue würd ich mir das Geld sparen, denn der Mondscheineffekt wäre mir persönlich viel zu gering (oder kann man diesen noch mit der Belichtungszeit beeinflussen?).Klar sieht das Schwarz/Weißfoto mit dem See und den Wolken genial aus aber das kann man doch auch mit ein paar zusammengesetzten Graufiltern und Kanalmixer für weniger Geld erreichen.

    Viele Grüße
    Stephan

  • Ben Moll sagt:

    Hallo Stephan,
    Vielen Dank für eine Antwort auf meinen Artikel. Ich habe gerade für ein kleinen Farbbearbeitungs-Tutorial ein weiteres Bild hochgeladen, welches Du Dir hier mal ansehen kannst. http://img.digital-fotografie.us/wp-content/uploads/2011/04/farbeffekte-infrarot-ir-fotografie-000-ausgangsbild.jpg
    Ich habe bei diesem Foto vorab einen Weißabgleich durchgeführt, d.h. Filter auf dem Objektiv und Weißabgleich mit so einer Lenscap. Den ISO Wert habe ich hier wesentlich nach oben geschraubt, nicht so wie bei den Bildern in dem heutigen Beitrag, wo der ISO bei 100 lag.
    Belichtungszeit bei dem Foto lag ebenfalls bei 30 Sekunden.

    Hier sieht man, denke ich, den Mondscheineffekt recht gut. Ich bin selbst gerade ein wenig am experimentieren, mit welchen Einstellungen ich zum besten Ergebnis komme.

    Was ich zugegebenermaßen auch nicht wusste, ist, dass es unter den Objektiven von Canon (und damit mit Sicherheit auch bei Nikon) unterschiede gibt in Punkto IR Tauglichkeit: http://www.dforum.net/showthread.php?t=461347 Vielleicht hattest Du damals ja leider das „falsche“ oder besser ein nicht geeignetes Objektiv auf der EOS 350D. Da es doch einige Bilder mittlerweile von der D350 gibt, welche nicht modifiziert wurden, meine ich, dass es doch mit Deiner auch funktionieren sollte.
    Ich habe nur herausgefunden, dass es je nach Kameramodell zu leichten Unschärfen kommen kann, je länger die Belichtungszeit ist, obwohl man mit Stativ fotografiert. Nikon arbeitet z.B. in der D700 mit einem IR Sensor, der das Licht auf dem Chip bei Langzeitbelichtungen überprüft, wodurch leichte Unschärfen entstehen. Dies scheint aber nur eine Eigenheit der Nikon D700 und aufwärts zu sein.

    Beste Grüße, Ben

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