John Hedgecoe: Fotografieren – die neue große Fotoschule

Buchcover von "Fotografieren - die neue große Fotoschule" von John Hedgecoe

Heute gibt es mal wieder eine kleine Buchvorstellung, eines Buches, welches ich in der ersten Ausgabe bereits seit einigen Jahren in meinem Schrank stehen habe und welches ich immer noch gerne hin und wieder durchblättere und lese, wenn ich mal wieder zu bestimmten Dingen einfach etwas nachschlagen will.

Buchcover von "Fotografieren - die neue große Fotoschule" von John HedgecoeJohn Hedgecoe
Fotografieren
Die neue große Fotoschule

Dorling Kindersley Verlag, München
ISBN 978-3-8310-1311-1

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Zum Autor John Hedgecoe

John Hedgecoe war ein vielfach ausgezeichneter Fotograf, der von März 1932 bis Juni 2010 hauptsächlich in England lebte.  Er ist einer der wenigen Fotografen, die zusätzlich eine außerordentliche Autorenkarriere hinlegten. Er richtete sogar bereits 1965 einen Fotografie-Lehrstul im Royal College of Art ein, an dem er selbst von 1975 bis 1994 lehrte. Seine Fotografien werden in Dauerausstellungen im MOMA N.Y. ebenso gezeigt, wie in der National Portrait Gallery in London. Während seiner Laufbahn als Fotograf und Professor veröffentlichte er bis heute interessante und wichtige Bücher zur Fotografie.
Er war hauptsächlich in der Landschafts- und Potraitfotografie zu Hause und fotografierte z.B. das Original-Foto der Queen, wie es bis heute die Britischen Briefmarken ziert. Zudem fotografierte er jahrelang für internationale Zeutschriften, wie z.B. die Londoner „Times, „Vogue“, „the Observer“ und den „Stern“.

Generelles zum Buch „Fotografieren – Die neue große Fotoschule“ von John Hedgecoe

Das Buch eignet sich perfekt für Neulinge in der Fotografie und für Hobby-Fotografen, die noch nicht so viel Erfahrung in der Fotografie mitbringen. Gerade für diejenigen, die vielleicht gerade mit einer Digitalen Spiegelreflex beginnen zu fotografieren und vorher noch mit einer der Kompaktkameras Fotos gemacht haben, ist das Buch wirklich lesenswert. Auch wenn man sich überlegt, ob sich der Umstieg auf eine Spiegelreflex für einen lohnt oder nicht. John Hedgecoe geht in den ersten Kapiteln des Buches auf die Grundlagen der Fotografie mit DSLR Kameras ein und erklärt diese sehr anschaulich und leicht verständlich, für diejenigen, die neu in der Materie sind.

Das 416 Seiten umfassende Buch zeichnet sich aber nicht nur durch gute Texte, sondern auch durch die Vielzahl an erklärenden Fotos aus, durch die alle Themen mehr als ausreichend beschrieben werden. Ich habe das Buch selbst auch vor einiger Zeit mal im Original auf Englisch gelesen und kann nur sagen, dass man merkt, dass John Hedgecoe viel aus seiner Lehrtätigkeit mit in seine Bücher hat einfließen lassen. Man sieht es daran, dass seine Texte absolut durchdacht sind und auf das Notwendigste eingegangen wird.
Die Englische Version von „Fotografieren – Die neue große Fotoschule“ scheint mir jedoch immer noch die Bessere zu sein, da ich denke, dass beim Verlag bei der Übersetzung ein paar Begriffe „durchgerutscht“ sind, welche man anders hätte übersetzen müssen.

Kleiner Hinweis, bevor Ihr das Buch lest: Mir ist aufgefallen, dass in der ersten Fassung von 2008 ebenso wie in der 2. Auflage von 2010 mit leicht verändertem und aktualisiertem Inhalt, John Hedgecoe in „Fotografieren – Die neue große Fotoschule“ immer von einer Mittelformat-Kamera wie z.B. der Nikon D700 in seinen Beschreibungen ausgeht. Falls Ihr eine Kleinbild Spiegelreflex-Kamera besitzt, denkt bitte daran, dass Ihr bei Nikon mit einem Crop-Faktor von 1,5 und bei Canon, meines Wissens nach, mit einem Faktor von 1,6 rechnen müsst. Wenn Hedgecoe also von einem 50mm Objektiv spricht, dann meint er auch ein „echtes“ 50 mm und nicht ein 50 mm  x 1.5 also, ein 75 mm Objektiv.

Kleine Kritik am Buch

Ganz klar, John Hedgecoe ist ein Fotograf der alten Schule, der auch mit dem Buch „Fotografieren – Die neue große Fotoschule“ einiges an Pionierarbeit geleistet hat. Einige seiner „Techniken“ sind zwar, wie viele meinen könnten, veraltet, allerdings sind auch Grundlagen aus der „klassischen“ Fotografie wissenswert. Außerdem bietet es einen guten Einblick in fotografische Techniken, von dem man viel für die digitale Bildbearbeitung mitnehmen kann.
Um Euch das nur anhand eines Beispiels zu erklären: Ich habe als erstes von einem Buch von Ansel Adams erfahren, was das „Abwedeln-Werkzeug“ eigentlich ist und wie es verwendet wird, wenn man analog seine Bilder entwickelt und vergrößert. Selbst als Grafiker bekommt man es nicht unbedingt beigebracht und – es hat mich lange Zeit auch nicht interessiert – da ich wußte, wann ich das Werkzeug einsetzen kann, mich zu meiner Schande aber nie damit auseinandergesetzt habe, woher der Begriff eigentlich kommt.
Ich finde auch das Kapitel über Filmtypen, Entwicklungsverfahren, etc. äußerst interessant, da es viele der Funktionen in der Bildbearbeitungs-Software erklärt. Oder anders gesagt. Mir als Grafiker hat es nie geschadet, zu wissen, was die Schriftsetzer gemacht haben. Sonst würde es so etwas wie die „Schweizer Typographie“ mit Sicherheit nicht mehr geben.

Unsere Empfehlung

Das Buch „Fotografieren – die neue große Fotoschule“ vom Fotograf und Autor John Hedgecoe ist, wie bereits beschrieben, auf alle Fälle ein Werk für Einsteiger in die Fotografie mit digitalen Spiegelreflex-Kameras, aber auch für ambitionierte Hobbyfotografen ein Werk, welches im Bücherregal nicht fehlen sollte. Es werden viele Techniken vermittelt, die auch für den Hobbyfotografen mit Erfahrung, eine Rolle spielen.

Ich wünsche Euch also viel Spaß beim Lesen!

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