Spiegelung in der Produktfotografie einsetzen

Beispiel einer Produktfotografie mit Reflexionen

Beispiel einer Produktfotografie mit ReflexionenEin sehr günstiger Weg, Reflexionen oder Spiegelungen wie in dem hier in der linken Abbildung gezeigten Beispiel einer Produktfotografie einzusetzen, ist die Verwendung von einer Glasplatte als Unterlage. Wenn Ihr keine Glasplatte bei der Hand habt, könnt Ihr auch eine Plexiglasplatte verwenden. Echte Spiegelungen so in Photoshop zu simulieren, dass sie der Realität entsprechen, ist meistens absolut unmöglich. Hier kommt man als Fotograf nicht umhin, mit den passenden Hilfsmitteln zu arbeiten.

Heute will ich Euch eine ganz einfach Möglichkeit präsentieren, wie Ihr Spiegelungen bei Produktfotos selbst erzeugen könnt und welche kostengünstige Variante es dazu gibt.

Was Ihr für Reflexionen in der Produktfotografie benötigt

  • Ein „Produkt“ oder einen Gegenstand Eurer Wahl
  • Eine Acrylglas-Platte, durchsichtig (transparent) ohne Struktur oder Aufrauhung
  • gute Beleuchtung, am besten ein Tageslicht inkl. Softbox

 

Das Setup

Ich habe hier gezielt ein sehr einfaches Setup gewählt, das Ihr es einfach selbst aufbauen könnt, bzw. damit Ihr seht, dass es für passable Fotos gar nicht so viel an Equipment braucht. Links von dem Dunny ist eine Tageslichtlampe (hier könnt Ihr aber mit richtigem Weißabgleich aber auch fast jede andere Lichtquelle verwenden) auf der selben Höhe installiert um etwas Licht auf die linke Seite zu bringen. Rechts vom Dunny ist ein silberner Reflektor angebracht. Wenn Ihr keinen Reflektor-Schirm bei der Hand habt, dann könnt Ihr auch eine Alu-Folie einsetzen, die etwas Licht von der rechten Seite auf Euer Objekt bringt.

Wenn Ihr eine Glasscheibe oder Plexiglasscheibe verwendet, denkt daran, als Untergrund ein weißes Papier unterzulegen. Alternativ könnt Ihr auch mit einem neutralgrauen oder schwarzen Untergrund unter der Glasscheibe experimentieren. Je dunkler der Untergrund, desto besser sind die Spiegelungen anschließend auf dem Foto sichtbar.

Günstige Acrylglasplatten

Ich habe zuerst gedacht, dass ich günstige Acrylglasplatte eigentlich bei ebay bekommen müsste, wurde aber hier herbe enttäuscht. Ich habe keinen Anbieter gefunden bei dem es Acrylglasplatten in angemessener Größe und zu einem guten Preis hab. Erstaunlicherweise wurde ich hier bei Amazon fündig. Generell zu beachten ist, dass die Glasplatte oder das Acrylglas möglichst dünn sein sollte, um eventuelle „Dopplungen“ im Spiegelbild zu vermeiden.
Unterhalb der Glasscheibe solltet Ihr in jedem Fall einen Untergrund wählen, ohne Struktur. Stoff oder Papier empfiehlt sich hier meiner Ansicht nach am besten.

Tipps für die Beleuchtung bei der Produktfotografie

Bei normalen Produkten solltet Ihr auf alle Fälle Softboxen zur Beleuchtung verwenden. Diese machen ein weiches Licht, was den Produkten wiederum zu einem weichen und ausgeglichenen Charakter verhilft. Wenn Ihr Eure Lichtquellen ohne eine Art Softbox verwendet, wirken Eure Aufnahmen deutlich härter.

Ihr könnt auch, um gezielt Akzente auf Eurem Produkt zu setzen, sogenannte mobile Aufheller verwenden. Mobile Aufheller sind oft kleinere Flächen, die mal einfach verschieben kann, mit denen man, wie mit einem Spiegel, helle Reflexe auf einem Produkt setzen kann. Diese bestehen meist aus einer reflektierenden Fläche und einer Halterung.

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, wie der Weißabgleich am einfachsten hinzubekommen ist, könnt Ihr das in einem meiner Tutorials zum Weißabgleich nachlesen.

Viel Spaß bei Eurer nächsten Produktfotografie.

8 Comments

  • Icepin sagt:

    Da gibt es ein interessantes Video-Training von Eberhard Schuy (Praxistraining Fotografie: Objekte im Detail). Muss mich auch gerade intensiver damit beschäftigen, weil wir in unserer Firma immer mehr selber shooten.

    Viele Grüße
    Roman

    PS: Cooles Bunny ;)

  • Viktor sagt:

    eine (Acryl)Glasplatte, die von einer Seite aufgeraut ist eignet sich besser als eine, die von beiden Seiten durchsichtig ist, weil sonst doppelspiegelungen entstehen können!

    • Ben Moll sagt:

      Vielen Dank für den Tipp… auf die Idee bin ich selbst noch nicht gekommen. Ich dachte, wenn die Acrylglasplatte einigermaßen dünn ist, dass es dann mit den Doppelspiegelungen kein Problem wäre.
      Ich probier das aber mal aus :)

  • Armin sagt:

    Hallo Ben,

    Ich habe mir kürzlich ein Lichtzelt gebastelt. Als „Auflagefläche“ für das Produkt habe ich ein Papier aus einem Malblock Din A2 verwendet. Ansich funktioniert das schon ganz gut, allerdings ist die Struktur des Papiers bei extremen Macroaufnahmen, anders als gewünscht, gut zu erkennen.

    Meine Frage: Welchen „Untergrund“ (für den kleinen Geldbeutel), der nicht spiegelt, würdest du empfehlen?

    Vielen Dank für deine Tutorials, hast mir schon oft damit geholfen.

    Armin

    • Ben Moll sagt:

      Hallo Armin,
      vielen Dank für Deinen Kommentar – es freut uns immer zu hören, wenn jemand gerne unsere Webseite besucht und auch darauf fündig wird. :)

      Einen kleinen Tipp könnte ich Dir geben, mit dem Du es zumindest mal probieren könntest: Es gibt meistens im Baumarkt so festeren, dünnen Schaumstoff, der sich durch die matte und glattere Oberflächenbeschaffenheit eigentlich sehr gut dazu eignet, Ihn bei der Makro-Fotografie einzusetzen. Hab gerade gesehen, dass es den auch bei amazon zu kaufen gibt – sogar in unterschiedlichen Stärken, wobei ich bisher mit der 3mm Stärke eigentlich sehr zufrieden war. Schaumstoff schwarz 3mm bei amazon.de oder etwas dicker auch Schaumstoff schwarz 5mm bei amazon.de kaufen.
      Diese „Matten“ gibt es auch in ca. 1 qm Größe bei ebay teilweise bzw. eben im Baumarkt, wobei ich dort in der Regel nur DIN A 4 Matten gefunden hatte.

      Ansonsten würde mir noch schwarzes PP-Material (Kunststoffmatten mit ca. 1 mm im Querschnitt), die allerdings nicht ganz einfach zu bekommen sind – bisher konnte ich diese Matten immer nur im Fachhandel erhalten. Diese haben so gut wie keine Oberflächenstruktur.
      Hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen. Vielleicht schaust Du Dir das Material aber selbst mal an, ob es Deinen Ansprüchen genügt. Beste Grüße und viel Erfolg, Ben

  • Jörg Weess sagt:

    ich kann für solche basteleien die firma „modulor“ nur wärmstens empfehlen: http://www.modulor.de
    hier kann man eine vielzahl unterschiedlicher materialien erwerben, die sich hervorragend für hintergründe eignen, auch in verschiedenen plattengrössen – und das zu einem wirklich interessanten preis.

    • Ben Moll sagt:

      Vielen Dank Jörg für Deinen Kommentar und den Tipp mit der Firma modulor. Die haben tatsächlich eine große Auswahl an Materialien. Muss ich mal ausprobieren, wie gut deren Service auch mit Lieferzeiten so ist.
      Beste Grüße, Ben

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