Manueller Weißabgleich mit Hilfe eines weißen Objektivdeckels

Weißabgleich mit Objektivdeckel durchführen.

Oftmals hat man ja das Problem, dass man unterwegs ist und eine Serie von Fotos aufnehmen will und es ist keine weiße Fläche da, durch die man ein Referenzbild für den Weißabgleich machen könnte.

Auch die beiden anderen Methoden, die ich Euch schon vorgestellt habe (Weißabgleich mit dem SpyderCube von Datacolor & Weißabgleich mittels Tonwert-Korrektur in Photoshop oder Lightroom) funktionieren zwar sehr gut, allerdings muss man immer daran denken, entweder den SpyderCube mitzunehmen, oder man hat im Nachhinein beim manuellen Weißabgleich mehr Aufwand.

Weißabgleich mit Objektivdeckel durchführen.Heute will ich Euch ein Produkt empfehlen, welches Euch den Weißabgleich erleichtert und gleichzeitig ein paar Tipps dazu geben. Die besten Ergebnisse habe ich nach einem Test mehrerer Produkte mit dem Objektivdeckel Enjoyyourcamera WB-77 White Balance Cap 77mm erzielt. Diesen habe ich auch hier im Tutorial verwendet. Bevor Ihr Euch einen solchen Objektivdeckel zulegt, eine Empfehlung vorneweg: Ihr müsst nicht für alle Objektive einen eigenen Deckel besorgen; kauft Euch lieber einen einzigen und zwar einen passenden für Euer vom Durchmesser her größtes Objektiv. Das Gute an den Weißabgleichsdeckeln für Euer Objektiv ist, dass Ihr einen zusätzlichen Objektivschutz habt.
Da in meinem Fall mein Weitwinkel das Größte mit einem Durchmesser von 77mm ist, viel die Entscheidung auf den passenden Weißabgleichs-Objektivdeckel von Enjoyyourcamera.

Vorbereitung zum Weißabgleich mit dem Objektivdeckel

Je nach Kameramodell und Hersteller unterscheidet sich die Vorgehensweise ein wenig, aber das Prinzip bei Eurer Kamera wird ähnlich dem sein, wie bei der Nikon D700:
Um ein so genanntes Referenzfoto aufzunehmen, haltet den Objektivdeckel so vor Euer Objektiv (oder schraubt Ihn auf), sodass kein dunkler Rand mehr zu sehen ist. Beachtet hier, dass Ihr bei einem Weitwinkel-Zoom-Objektiv in einer Zoom-Stufe seid, die möglichst wenig einem Weitwinkel entspricht. Manchmal kann es sein, dass Ihr ansonsten einen dunklen Rand im Referenzbild erhaltet, welchen wir eigentlich vermeiden wollen.

Referenzbild nach Weißabgleich mit Objektivdeckel

Schritt 1: Kameraeinstellungen vornehmen

Als ersten Schritt wählt Ihr bitte die Belichtungszeit und Blendenöffnung so, wie es am Ende des Fotos sein soll. Wichtig dabei zu beachten ist, dass die Lichtverhältnisse sich später nicht mehr ändern sollten, sonst müsst Ihr erneut einen manuellen Weißabgleich durchführen.
Bei der Nikon D700 drückt Ihr nun die Weißabgleichs-Taste am Body links oben (WB) ein mal und stellt mittels Einstellrad so lange, bis im Weißabgleichsmodus PRE steht. Anschließend drückt Ihr WB noch mal so lange, bis im Display die Anzeige blinkt. Jetzt könnt Ihr ein Referenzbild aufnehmen (auf die Schärfe müsst Ihr dabei nicht achten). Ist das Referenzfoto für die Nikon D700 so weit in Ordnung, erscheint kurz darauf im Display ein blinkendes GOOD. Ein Beispiel für ein Refernzfoto seht Ihr auf der linken Seite.

Foto nach Weißabgleich durch Referenzbild mit Objektiv-Deckel zum manuellen WeißabgleichSchritt 2: Foto mit getätigtem Weißabgleichseinstellungen aufnehmen

Jetzt könnt Ihr Euer Foto ganz wie gewohnt unter den gegebenen Lichtverhältnissen aufnehmen (Abbildung links). Ihr seht, dass das Foto immer noch durch die gegebenen Lichtverhältnisse einen Farbstich hat. Doch natürlich sieht anders aus.

Weißabgleichseinstellungen in Adobe Camera RAWWenn Ihr nun das Foto zusammen mit dem Referenzbild in Photoshop Camera RAW öffnet, beide Bilder wie in der Abbildung rechts markiert, alle Werte erst mal auf 0 stellt und anschließend mit der Pipette mit dem Namen „Weißableich“, ähnlich der von der Tonwertkorrektur , in einen Farbbereich klickt, der am ehesten den Farbwerten R 135, G 135 und B135 entspricht, so passt Photoshop das zusätzlich markierte Foto mit den gewünschten Farbwerten für den Weißabgleich an.

Foto nach gemachtem Weißabgleich mit ObjektivdeckelHabt Ihr dies gemacht, könnt Ihr als Finetuning höchstens anschließend noch den Kontrast erhöhen und den Schwarzwert und die Helligkeit anpassen. Die Farbtemperatur stimmt allerdings nun perfekt beim Endergebnis mit den gegebenen Lichtquellen überein und Ihr erhaltet ein sehr neutrales Foto, welches aber nicht den kompletten Charakter Eurer Beleuchtung verliert.
Das Ergebnis hierzu seht Ihr wieder in der Abbildung auf der linken Seite.

Fazit

Der Weißabgleich mit passendem Objektivdeckel ist meiner Meinung nach eine kostengünstige Alternative z.B. zum SpyderCube von Datacolor. In manchen Fällen empfiehlt es sich jedoch, auf einen SpyderCube nicht zu verzichten, da man hier viel mehr Kontrollpunkte hat. Für mich ist so eine White Balance Cap das perfekte Utensil für unterwegs, einfach ab in die Fototasche damit und vor jeder Serie kurz davor halten. Schon hat man anschließend ein perfektes Referenz-Foto für die Bildbearbeitung zu Hause.

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