Farbtemperatur in der Fotografie

Erklärung der Farbtemperatur in der Fotografie

Grundlagen der Farbtemperatur

Vereinfacht erklärt, bestimmt die Farbtemperatur einer Lichtquelle die Farbigkeit des austretenden Lichts. Wie ich bereit in dem Tutorial zu der Farbwahrnehmung erklärt habe, besitzt Licht bestimmte Wellenlängen. Um in der Fotografie auf Anhieb einigermaßen passende Farben zu erhalten kann man der Kamera die Einstellung der Farbtemperatur überlassen, oder diese im manuellen Weißabgleich selbst bestimmen.

Bei klassischen kleinen Pocket Kameras wird dies gerne mittels unterschiedlicher Einstellungen wie „Schatten“, „Sonnenlicht“, „Wolken“, „Regen“ (schlechtes Wetter), etc. versucht zu lösen, bei Digitalen Spiegelreflex-Kameras kann der Nutzer etwas detaillierter auf die Farbtemperatureinstellungen der Kamera Einfluss nehmen.

Erklärung der Farbtemperatur in der FotografieFrüher wurde die Farbtemperatur in „Grad Kelvin“ gemessen, heute spricht man gemeinhin nur noch von „Kelvin“. Dieser frühere Name resultiert aus der Art und Weise der Entdeckung der Farbtemperatur. Kelvin hat ein Stück Eisen in einem Holzfeuer erhitzt. Dabei hat entwickelt das Metall nach und nach unterschiedliche Farben abhängig vom Erhitzungszustand des Metalls.
Zuerst beginnt das Metall rötlich orange zu glühen, wenn es heißer wird, nimmt es einen weißen Farbton an. Erhitzt man das Metall noch mehr, so verfärbt es sich nach und nach ins Blau. Selbes kann man bei einer Flamme einer Kerze beobachten. Die Kerze ist innen sehr hell, fast weiß und damit am heißesten. Je weiter man nach Außen kommt, desto kälter wird die Flamme und desto orangner die Farbe des Lichts.
Fotografen gehen mit der Temperaturskala von Kelvin etwas laxer um, die Kelvin Angaben sind in der Fotografie nicht so genau, wie in der Physik.

Farbtemperatur für Fotografen

Als Fotograf sollte man wissen, das unterschiedliche Lichtquellen unterschiedliche Farbtemperaturen emittieren. Dies ist besonders entscheidend, wenn Ihr Euch mit dem manuellen Weißabgleich bei der Kamera leichter tun wollt. Hier sollte man einige Kennzahlen im Kopf haben, die einem eigentlich in den meisten Situationen sehr gut weiterhelfen. Ich habe Euch diese in der unten aufgeführten Tabelle fett markiert. Diese Farbtemperaturwerte solltet Ihr kennen. Rein weißes Licht z.B. wird z.B. in der Fotografie immer mit einer Temperatur von 5000 K (Kelvin) angegeben – dies soll dem durchschnittlichen Tageslicht entsprechen.

FarbigkeitTemperaturLichtquelleWB-Einstellung
Orangne1000 KKerzen, ÖllampenGlühbirne
Hell-Orangne2000 KSehr früher SonnenaufgangGlühbirne
Gelb2500 KKlassische Beleuchtung im HaushaltGlühbirne
Hellgelb3000 KStudio-Dauerleuchte, DurchleuchttischeGlühbirne
Weiß-Gelb4000 KKlare BlitzlampenBlitz
Weiß5000 K Typisches Tageslicht, Elektronischer BlitzBlitz
Helles Cyan5500 KSonnenlicht am MittagSonnenschein
Leicht dunkleres Cyan6000 KHeller Sonnenschein bei klarem HimmelSonnenschein
Dunkleres Cyan7000 KLeicht wolkiger HimmelSonnenschein
Leicht dunkles Cyan8000 KDunstiger HimmelSonnenschein
Dunkles Cyan9000 KSchatten an klaren TagenSchatten
Cyan10000 KStark bewölkter HimmelBewölkt
Hellblau11000 KSonnenloser blauer HimmelBewölkt
Mittelblau20000 KSchatten in den Bergen an klarem TagBewölkt

Der Unterschied zwischen dem menschlichen Auge und der Farbtemperatur-Wahrnehmung einer Fotokamera

Je tiefer Ihr in dieses Thema mit dem Weißabgleich und der Farbtemperatur einsteigt, desto deutlicher zeigt sich, dass das menschliche Auge viel sensibler ist, als eine Kamera. Das menschliche Gehirn ist dazu in der Lage eine weiße Fläche als weiß wahrzunehmen, egal unter welchen Lichtverhältnissen. Ein Grau bleibt ein Grau und ein Schwarz ein Schwarz.
Eine Fotokamera tut sich hier bedeutend schwerer, denn der Chip nimmt das Licht so auf, wie es abgestrahlt wird.
Die Einstellung der richtigen und zum Umgebungslicht passenden Farbtemperatur ist für ein farbrichtiges Foto entscheidend, wenn man sich den Weg über den Weißabgleich leichter machen will bzw. komplett sparen will.

Bildreferenz: Schmied

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