Histogramme richtig beurteilen

Histogram beurteilen lernen

Was sind Histogramme?

Histogram beurteilen lernenHistogramme stellen den Farbanteil eines Fotos im Bildbearbeitungsprogramm bzw. auch schon in den meisten Digitalen Fotokameras mittels eines Histogramms dar. Links seht Ihr zum Vergleich das Histogramm aus Photoshop (oben) verglichen mit dem aus der Nikon D700 (unten). Leider hatte ich gerade kein passendes Histogramm aus der Nikon D700 bei der Hand, daher passt das Vorschau-Bild der Nikon Kamera im Moment nicht zum Histogram von Photoshop, welches die aktuellen Farbanteile in den Tiefen, Mitten und Lichtern für das große Foto darstellt.

Tatsächlich wird in einem Histogramm die Pixelanzahl der drei Farbwerte RGB wiedergegeben. Dabei bildet die Tatsache, dass jede Farbe mit einem RGB Wert von jeweils 0 – 255 dargestellt werden kann, wobei 255 in diesem Fall Weiß entspricht.

Warum man ein Foto nach dem Histogramm beurteilen sollte

Selbst wenn ein Bild aussieht, als wäre es gut belichtet, bedeutet dies noch lange nicht, dass wirklich alle Tonwerte von der Kamera erfasst wurden. in dem Foto von gerade eben könnt Ihr anhand des Photoshop Histogramms z.B. erkennen, dass zu den Lichter auf der rechten Seite hin alles in Ordnung zu sein scheint, es jedoch in den Mitten fast völlig an Farbe fehlt und in den Tiefen dafür ein ziemlich starker Anstieg ist.
Die bedeutet, dass Ihr in den Mitten viel Farbinformation verliert, wobei in den Tiefen und Lichtern nahezu alles in Ordnung ist.
Es gibt jedoch Situationen, in denen man trotz längerer oder kürzerer Belichtungszeit kein besseres Histogramm erhält, denn oft verschiebt sich hier nur die Verteilung der Farbwerte. Gerade dafür werden so genannte Stacking-Aufnahmen aufgenommen bzw. fotografiert, in denen (s. HDR-Fotografie) mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungsdauern vom selben Motiv gemacht werden und anschließend mittels Software ineinandergerechnet werden. Ziel ist hierbei nicht ein allgemein ausgeglichenes Histogramm zu erstellen, sonder die maximal verfügbaren Farbwerte in einer Aufnahme zu vereinen.

Überbelichtetes Foto anhand von Histogramm erkennenLinks seht Ihr das selbe Foto in einer überbelichteten Aufnahme. Anhand der Werte und der vorhandenen Spitzen im Histogramm, erkennt Ihr, dass das Foto im rechten Teil (Lichter) zu viele Farbanteile aufweist und damit leider überbelichtet ist.

Unterbelichtetes Foto - HistogrammRechts ist das selbe Motiv mit einer stark unterbelichteten Aufnahme, was man wiederum an dem stark nach links verschobenen Histogramm ersehen kann. Bei diesem Motiv ist allerdings die Besonderheit, dass wir viele helle Bereiche im Foto haben, sodass es eigentlich nur anhand der dunklen Bildanteile zu erkennen ist.

Ausgeglicheneres Histogramm bei HDR-Fotografie

Histogramm bei einer HDR-AufnahmeLegt man nun alle drei Fotos in einem HDR-Verarbeitungs-Programm wie z.B. Adobe Photoshop übereinander und berechnet das HDR Foto so erhält man im Allgemeinen ein sehr ausgeglichenes Histogramm (s. Fotografie links).
Hier macht sich auch schon das Motiv stark bemerkbar. Die hellen Bildanteile in diesem Foto überwiegen einfach, was man auch ganz leicht am dargestellten Histogramm überprüfen kann.
Durch den höheren Dynamik-Umfang des HDR-Fotos ist allgemein der Farbanteil höher und entspricht eher dem, was das menschliche Auge erfassen kann. Generell ist das Bild aber immer noch etwas überbelichtet, denn das Histogramm sollte eigentlich schön nach links und rechts abfallend sein. In diesem Fall bleibt einem die manuelle Bearbeitung nicht erspart.

Fazit

Ein kleiner Tipp am Ende: Manchmal kann es sehr hilfreich sein, ein Foto eher anhand eines Histogramms zu beurteilen, anstatt anhand der Anzeige auf dem mehr oder weniger kleinen Kameradisplay. Erkennt man frühzeitig während des Shoots gewisse Ausreißer, kann man noch gegensteuern und neue Einstellungen treffen.

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