Model Release und Property Release

Ihr habt sicher in der Vergangenheit schon öfter von dem Thema Model Release und Property Release gehört.
Da ich gerade aktuell aufgrund eines Angebotes eines Kunden mich mit dem Thema mehr auseinander setzen muß, will ich Euch hier einen kurzen Einblick in das Thema liefern.

Selbstverständlich kann ich Euch hier keine rechtsgültigen Ratschläge liefern, will Euch aber mal alle Informationen zusammentragen, die ich über Model Releases und Property Releases gefunden habe, da ich keine Rechtsauskunft erteilen darf und kann.

Wann spricht man von einem Model Release?

Was ist ein Model Release VertragWikipedia gibt in seinem Beitrag über ein Model Release an, dass es sich hierbei um generell einen Model Vertrag handelt, jedoch bin ich der Ansicht, dass nicht automatisch jeder Vertrag, den man als Fotograf mit seinem Model schließt, automatische mit einem Model Release erweitert sein muss.
Ein Model Release kann ein in schriftlicher oder mündlicher Form zwischen Fotografen und Model geschlossen werden (ich empfehle Euch immer schriftlich!) und beinhaltet, dass der Fotograf die Fotos aus einem Shooting mit dem oder den Models zu kommerziellen Zwecken veröffentlichen darf. Es geht hier nicht ausschließlich um die Veröffentlichung der Fotos auf der Fotografen-Webseite zur Erweiterung des Portfolios, sondern auch um deren Verkauf an/über Bildagenturen, Medien, Zeitungen, etc..
Mittlerweile fordern viele der Bildagenturen vermehrt Model Releases ein, sofern eine Person oder mehrere Personen erkennbar Hauptbestandteil einer Fotografie ist.
Derzeit gibt es die Ausnahme, dass von Personen des öffentlichen Lebens (auch genannt „Personen der Zeitgeschichte“) kein Model Release vorhanden sein muss, um das Bild zu veröffentlichen und kommerziell zu verbreiten.
Solltet Ihr z.B. Kinder fotografieren oder Babies und diese Bilder kommerziell nutzen wollen, so holt Euch unbedingt die Einwilligung der Erziehungsberechtigten ein.

Selbstverständlich ist es wichtig, dass Ihr immer das Recht zur Gewahrung der persönlichen Ehre achtet, denn dieses bleibt vom Model Release Vertrag unberührt. Ein Eigentumsrecht an Tieren gibt es meines Wissens derzeit nicht, sodass Haustiere, auch auf z.B. Zuchtschauen ohne Genehmigung des Halters fotografiert werden dürfen. Allerdings vor Veröffentlichung noch mal genau prüfen, ob nicht das Gesicht des Halters oder anderer Menschen mit im Bild ist.

Mein Tipp zum Model Release

In der Regel würde ich mir, wenn ich einen Vertrag mit einem Model aufsetze, immer die Erlaubnis einholen, die Bilder auch (exklusiv) nutzen zu dürfen, selbst wenn ich zu dem Zeitpunkt des Shootings noch nicht die Absicht habe, die Bilder selbst zu verwenden.
Ganz wichtig ist hierbei, dass Ihr auch jeweils mit Euren Kunden absprechen solltet, inwieweit die Fotos außerhalb einer „Kampagne“ oder des eigentlichen Einsatzzwecks verwendet werden dürfen.
Beide Zustimmungen würde ich mir immer schriftlich einholen, selbst wenn es gute Kunden sind oder Ihr mit dem Model schon lange Zeit zusammenarbeitet.

Weitere Informationen zum Model Release

 

Besonders empfehlenswerte Bücher zum Thema Model Releases:

 

Was ist ein Property Release?

Property Release VerträgeEin Property Release ist in der Regel vor allen Dingen dann von Nöten, wenn man Architektur fotografiert, oder aber auch an öffentlich zugänglichen Orten, wie (nur um ein Beispiel zu nennen) z.B. den Englischen Garten in München oder an Schlössern der Bayerischen Schlösser- und Seen-Verwaltung und man anschließend vor hat, die Fotos kommerziell zu verwenden. Bei beiden zahlt man übrigens relativ hohe Gebühren dafür.

Generell spricht Wikipedia hier wieder von einer Fotografie-Erlaubnis, was etwas irreführend ist. Im Prinzip geht es hier um die Zustimmung eines Eigentümers, Fotografien von Gebäuden, Grundstücken, Zimmern, Wohnungen, etc. verbreiten und veröffentlichen zu dürfen.
Im Gegensatz hierzu steht die in Deutschland geltende Panoramafreiheit, die ohne Zustimmung eine Veröffentlichung erlaubt.

Vereinfacht ausgedrückt wird wie folgt vorgegangen: Fotografiert man z.B. ein Gebäude, welches sich in das Stadtbild eingefügt hat, so hat man als Fotograf, selbst wenn der Architekt des Gebäudes das Urheberrecht innehält, die Erlaubnis dieses von außen zu fotografieren. Selbst habe ich die Erfahrung schon machen dürfen, dass es völlig in Ordnung gewesen ist, die Tower von München von der Straße (öffentlichen Grund) aus zu fotografieren, als ich jedoch auf dem Grundstück war wurde ich vom Sicherheitsdienst gefragt, ob ich eine Genehmigung für das Fotografieren vorweisen könnte.

Im Zuge der Religionsfreiheit wurden Kirchen erlaubt, eventuell zusätzliche Regelungen geltend zu machen.

Auch hier werden Bildagenturen immer „aufmerksamer“ und verlangen von den Fotografen Property Releases zur Veröffentlichung von Gebäudeaufnahmen, Interieur-Shootings, etc., was ich selbst auch nur unterstützen kann.

Mein Tipp auch hier zum Property Release

Durch die ganze Datenschutzdebatte in Deutschland empfehle ich jedem Fotografen, sich lieber zuvor eine schriftliche Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos einzuholen. Die meisten Architekten freuen sich sogar eher darüber, wenn man es auf diese Tour macht, denn immerhin wird so auch meist der Name noch mit erwähnt. Und… Ihr habt den entscheidenden Vorteil, dass Ihr anschließend nichts zu befürchten habt, wenn Ihr die Fotos veröffentlicht, sei es auf dem eigenen Portfolio oder sogar bei einer Bildagentur.

Bildreferenzen: Architektur / Model

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