Ausstellungsbericht von der Stroke Artfair 2011 in München

Stroke München 2011

Heute gibts mal einen Ausstellungsbericht von der Stroke 2011 in München, die noch bis Sonntag Abend 19 Uhr besucht werden kann.
Dieses Jahr war mein erster Besuch auf der Stroke und ich bin derzeit noch etwas zwiegespalten und nicht sicher, welche Meinung ich zur Stroke habe.
Mehr Infos zur Stroke Artfair findet Ihr auf der Webseite unter www.stroke-artfair.com.

Die Stroke Artfair 2011 in München

könnte man wohl als Mischung zwischen Messe und Ausstellung betrachten. Ausgestellt wird sehr viel Street Art von der kunstvollen Illustration, bis zur Skulptur aber auch Fotografie. Auffallend ist, dass sehr viele „Labels“ und Galerien aus Berlin vertreten sind, sowie ein paar wenige ausländische Aussteller aus Europa. Es gab auch einige „Werke“ die mir wirklich gut gefallen haben und die ich mir durchaus hätte vorstellen können, sie an die Wand zu hängen oder hinzustellen, allerdings waren bei diesen meist die Preise so utopisch, sodass ich mich damit begnügt habe, einige Aufkleber zu sammeln und Fotos zu machen.
Ob die Preisstruktur einiger Künstler nun gerechtfertigt ist, oder nicht, sei mal dahin gestellt.
Die Fotografien, die ich dort gesehen habe, wurden meist auf Alu Dibond oder einem Leinwand ähnlichem Material gedruckt, wie man es von Schaufensterwerbung kennt, dünne Stoffbahnen mit exzellente hochauflösender Druckqualität. Ich weiß, dass Poster Union dieses Material auf Wunsch anbietet, jedoch nicht regulär im Shop, sondern nur auf telefonische Anfrage.
„Erschreckt“ haben mich vielmehr die Motive, die nicht sonderlich gut und fotografisch hochwertig gewesen sind. Hauptsächlich verkauft wurden vermeintliche Panorama-Aufnahmen (teilweise mit Fischaugen-Optik) von einer Berliner Galerie, die, wenn man sich ein wenig in der „Urban Explorer Szene“ auskennt, an bekannten Orten aufgenommen wurden und dann anschließend für 400 Euro und mehr über den Ladentisch gehen sollten. Naja.

Der Eintrittspreis (10 Euro an der Kasse vor Ort und bei Online-Buchung 9 Euro pro Person) für die Stroke Artfair ist auch etwas, womit ich nicht gerechnet hätte und den ich im Nachhinein für etwas überteuert halte. Ich bin mir sicher, dass der Veranstalter Standgebühren erhebt. Wenn man nun anhand der Stroke Geschichte mal von einer gleichbleibenenden Besucherzahl von ca. 10.000 Besucher an einem Wochenende ausgeht, verstehe ich zwar den Preis, aber als Besucher, der keinen Workshop belegt, ist es doch eine teure Angelegenheit.
Das Zenit in München stellt auf alle Fälle einen passenden Veranstaltungsort für die Stroke Artfair 2011 dar.
Was ich sehr gut fand war, dass einem, niemand als Fotograf verbietet zu fotografieren. Aus diesem Grund kann ich Euch hier auch einige Eindrücke von der Stroke Artfair 2011 liefern, die den ein oder anderen vielleicht interessieren.

Der Teil „Stroke Digital“ war eher enttäuschend. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass hier einfach nur einige Fernseher rumstehen, auf denen mehr oder weniger gut aufgelöste digitale Kunstwerke ausgestellt werden, von denen es bei deviantART deutlich mehr gibt von denen viele in besserer Qualität sind.

Eindrücke von der Stroke Artfair 2011 in München

8 Comments

  • Ich war an drei von vier Tagen auf der Stroke und es hat sich gelohnt wie kaum eine andere Ausstellung. Hast du versucht mit den Künstlern in Kontakt zu treten? Hast du dir erklären lassen wie die Kunstwerke erstellt wurden? Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Leider. Leider auch ein eher mäßig guter Artikel mit eher mäßig guten Fotos. Aber amüsant.

    • Ben Moll sagt:

      Hallo Marius,
      vielleicht ist mein Eindruck von der Stroke Artfair in München ein wenig falsch rüber gekommen. Ich gebe zu, dass ich mir etwas anderes erwartet hätte. Ich denke auch, dass sich die Stroke absolut lohnt für diejenigen die wirklich dort Zeit verbringen und an Workshops teilnehmen, sich mit mehr als nur einem Künstler auseinandersetzen. Diese Zeit hatte ich (leider) nicht.
      Ich bin aus zwei Gründen hin: 1. die Arbeiten von Michael Kutschke – hier war ich etwas enttäuscht auf einem Monitor, ohne weitere Infos, einfach ein paar seiner CG Arts zu sehen. 2. bin ich hin, da ich seit Jahren begeistert von urban art bin (& urban vinyl toys) und vielleicht selbst meine Erwartungen zu hoch gesteckt habe.
      Ich hätte mich auch mit einem Künstler und Illustrator aus München gerne unterhalten, allerdings wirkte er so beschäftigt und vertieft in seine Arbeit, sodass ich Ihn nicht stören wollte, ich anstatt dessen seine Visitenkarte mitgenommen habe und auf diese Weise den Kontakt zu Ihm suchen werde. Die Gelegenheit die Artists mal im Gespräch kennenzulernen bekommt man nicht alle Tage, wobei ich auch bei deviantART viele Kontakte und regen Austausch mit Künstlern und Fotografen aus aller Welt täglich pflege.
      Die Messe an sich, ist nicht schlecht, die Räumlichkeiten super, der Eintrittspreis meiner Meinung nach zu hoch, für mich, als reinen Besucher.

  • Vielleicht solltest du dann davon nocht etwas in den Artikel schreiben, denn so ist das was du geschrieben hast natürlich relativiert! Ich war zum ersten Mal dort (eben seit Donnerstag) und konnte mich nicht sattsehen.

  • Danke für Dein Feedback – es stimmt, sattsehen konnte ich mich auch bei drei Künstlern nicht, diese habe ich auch versucht „einzufangen“ – zumindest habe ich die Dinge, die mir am besten gefallen haben, fotografiert. Und wie gesagt, bin ich einfach ein wenig zwiegespalten mit meiner Meinung und mir selbst nicht sicher.
    Ich hätte es einfach gut gefunden sagen wir 6 Euro für ein normales Ticket zu verlangen (Ausstellungsbesucher wie mich) und von mir aus 10 EUR für Workshop-Teilnehmer und diejenigen, die wirklich darauf aus sind, mit Künstlern intensiv ins Gespräch zu kommen. Irgendwie so.

  • Aussteller sagt:

    Ich komme selber aus dem Eventbereich und muss sagen das Besucher solcher Veranstaltungen leider viel zu oft keine Ahnung über die Arbeit und Organisation haben, die dahinter steht. Fuer 6€ Eintritt kann der Schreiber hier vielleicht in einem subventionierten Museum so viele Arbeiten Sehen (Künstler leider nie). Es sind leider immer wieder solchen laienhaften Aussagen die solch große Events irgendwann zu Ende gehen lassen? Vielleicht sollte der Schreiber beim nächsten Mal einfach mehr Zeit mitbringen und nicht an den kostenlosen Workshops oder dem Bereich der digitalen Fotografie rumnörgeln (der wohl auch nicht korrekt verstanden worden ist). Aber Kritik äußern ist ja bekanntlich immer einfacher …

    • Ben Moll sagt:

      Vielen Dank für den Kommentar – es war mir auch klar, unbekannter Schreiber, dass ich mir mit diesem Beitrag nicht unbedingt Freunde mache.
      Aber ich finde 10 Euro, gerne auch mehr dafür gerechtfertigt, wenn man sich Zeit für die Künstler nehmen kann und will. Ich frage mich nur, warum es keine unterschiedlichen Tickets gibt? Einmal „Normal Besucher“ so wie ich, der sich gerne die Dinge ansieht und keine Zeit für Workshops hat und etwas mehr für diejenigen die dort einen ganzen Tag darin verbringen und an diesen Workshops teilnehmen wollen? Das wäre eigentlich meine Idee dazu und so kenne ich es auch aus vielen Fotografie-Messen und Veranstaltungen. Das hat nichts mit nicht „wissen“ zu tun, sondern viel mehr mit anderer Erfahrung aus Events wie z.B. dem internationalen Fotobuch Festival in Kassel. Ist der Event generell zu schlecht besucht, sodass man für den Normal-Besucher keine günstigeren Preise anbieten kann? Wenn das Event groß genug wäre / ist, dann tut meine Meinung auch nichts zur Sache und ändert auch nichts an Erfolg oder Misserfolg. Ich finde die Stroke an sich durchaus interessant, dennoch gab es einige Kritikpunkte in meinen Augen und ich habe diese nur geäußert.
      Ich glaube durchaus, dass ich mehr von der digitalen Fotografie verstehe, auch wenn Du nicht der Meinung bist. Die Dinge waren nicht berauschend – da ist ein künstlerischer Aspekt vorhanden, jedoch ist für mich qualitativ hochwertig anders.
      Kritik zu äußern ohne den Namen zu nennen ist am einfachsten :)

  • julian sagt:

    CHOKE ART FAIR BERLIN 2011

    Ich weiss das kostet alles geld.Aber eine handvoll Sponsoren……(„Is seinen Namen auf die Scheibe von nem citreon zu kratzen also auch streetart?“)dann…..

    8!!! Euro Eintritt

    fragwürdige Spendenaufrufe auf Facebook (Umfrage:“wärt ihr bereit die stroke finanziell mit euren spenden zu unuterstuetzen und wenn ja wieviel…?“)

    verdummende gewinnspiele auf FB, deren einziger Sinn ist, nicht die Kreativität zu fördern („bringt 5 eurer freunde dazu uns zu liken und nen comment auf ihrem profil….) sondern Aufmerksamkeit und Follower zu generieren

    .Auch wenn viele der Teilnehmer tolle sache machen, haben viele dieser „galerien“ einfach nichts mit strasse zu tun und KENNENLERNEN kann man sie viel besser in ihren gallerien, wo sie weniger bedraengt sind und mehr muse und ruhe haben.

    Warum auch in München? Gibt wohl keine Stadt in Deutschland, die rigoroser gegen Strassenkunst (Graffitti, sticker,…..) vorgeht als diese und sauber und schön gewischt ist?

    was soll der stand in der friedrichstr, der Streetart aus berlin verkauft?

    Die idee dieser messe ist toll, die umsetzung ist katastrophal und heuchlerisch.

    • Ben Moll sagt:

      Hi Julian,
      vielen Dank für Deinen Beitrag – ich bin absolut Deiner Meinung – ich finde, dass die Stroke nicht mehr das ist, was sie vielleicht mal gewesen ist.
      Ich bevorzuge es auch, lieber die Künstler persönlich zu besuchen anstatt den Kontakt auf einer Messe zu suchen, wo die Zeit viel zu begrenzt ist und – wie ich finde – auch das falsche Umfeld dafür.
      War es in Berlin ähnlich? Ich hab mir ja mal überlegt, ob ich mir die Veranstaltung noch mal in einer anderen Stadt ansehe, um einen weiteren Eindruck zu erhalten.
      München ist vielleicht nicht der richtige Platz und ich hätte mir definitiv ein anderes Publikum (selbst in München) erwartet.

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