HDR Fotografie

Titel für Artikel über HDR Einführung

HDR Fotografie BeispielSeit einigen Jahren nun ist die HDR Fotografie bekannt. HDR Fotografie bzw. HDR Bildbearbeitung beschreibt das Ziel „High Dynamic Range“ Fotos zu erstellen. Da Digitale Spiegelreflex Kameras generell wesentlicher unempfindlicher sind als das menschliche Auge sind sie nicht dazu in der Lage, den kompletten Dynamikumfang eines Motives in einem Foto darzustellen. Um dies dennoch zu erreichen bedient man sich als Fotograf der HDR Technik. So kann man eindrucksvolle Bilder erreichen, die aber in den meisten Fällen immer etwas „Surreales“ an sich haben. Am Anfang, als diese Technik einen starken Zuwachs erhalten hat, fand man im Internet oft sehr extreme HDR Effekte. Mittlerweile erfährt dieser Trend eine kleine Kehrtwende: HDR wird zwar immer noch produziert, es setzt sich jedoch immer öfter durch, dass der Effekt dezent angewendet wird und „nur“ noch als Stilmittel der Fotografie fungiert. Diese „neue“ Art der Bildbearbeitung nennt man dann LDR Fotografie, „Low Dynamic Range“ Fotografie.

Ziel der HDR- und der LDR-Fotografie bzw. Bildbearbeitung ist es, möglichst alle sichtbaren Bildbestandteile im Dunklen, wie in hellen Stellen sichtbar zu machen und den größtmöglichen Dynamikumfang in einem Foto zu verpacken.

Wie Ihr die Ausgangsbilder für eine HDR-Fotografie oder LDR-Fotografie einfach aufnehmt, erfahrt Ihr im Tutorial zur Belichtungsreihe für die Nikon D700. Die Vorgehensweise ist vom Prinzip unabhängig von Hersteller und Kameratyp die gleiche. Ich empfehle Euch unbedingt alle Fotos wie gewohnt als RAW-Fotos aufzunehmen. Diese weisen deutlich mehr Farbumfang auf, als JPEG- oder TIFF-Dateien. Denkt daran, dass Ihr mindestens 3 Fotos anfertigt, ein unterbelichtetes, ein normal belichtetes und ein überbelichtetes Foto. Noch besser ist, Ihr nehmt Belichtungsreihen mit 5, 7 oder 9 Fotos auf.

Begriffe in der HDR Fotografie

Halos

Halos ist eines der typischen Erkennungszeichen einer übertriebenen HDR Fotografie. Hierbei entstehen an Stellen mit hohen Kontrasten „scheinende“ Flächen um die Kanten des Kontrastes herum. In der Regel von der dunklen Fläche ausstrahlend auf die hellere Fläche.

Ghosting

Der Begriff „Ghosting“ beschreibt eigentlich schon sehr gut, um was es geht. Ghosting entsteht oft, wenn ein Teil des Motivs in Bewegung ist, wie z.B. eine Fußgänger, den man bei seiner Belichtungsreihe mit auf 3 Fotos hat.
Selbstverständlich wollen wir den am Ende nicht mehr auf dem Bild haben. Um hier so gut wie nicht manuell in das Foto eingreifen zu müssen haben viele Softwarepakete mittlerweile eine „Anti-Ghosting“ Funktion mit eingebaut, die erzielt, dass eben dieser Fußgänger nur ein mal auf dem Foto ist. Entscheidend ist diese Funktion ebenfalls, wenn Ihr bei windigen Bedingungen eine Belichtungsreihe für Euer nächstes HDR-Foto aufnehmt. Blätter bewegen sich, Wolken bewegen sich, Anti Ghosting hilft diese geisterhaften „Mehrfachbelichtungen“ zu entfernen.

Wie findet man die richtige HDR Software?

Besonders schwer ist die Auswahl der richtigen HDR Software. Hier scheint mir, dass jeder seine eigenen Vorlieben hat, eines stellt sich jedoch bei mir mit zunehmender Sicherheit heraus: Adobe Photoshop ist es nicht und wird es auch nicht werden.
Getestet habe ich mittlerweile folgende Softwarepakete, die es auf Mac und PC gibt:

Photomatix Pro

Ergebnis eines HDR Fotos mit Photomatix Pro erstelltPhotomatix Pro ist eine eigenständige Software, die ohne Hauptprogramm auskommt, wie es bei einigen Plugins für Lightroom oder Photoshop der Fall ist. Ein typisches Foto für Photomatix Pro findet Ihr auf der rechten Seite.
Die Firma HDR soft hat Photomatix Pro entwickelt und arbeitet seit 2007 an der Software und wird voraussichtlich im Juli auf die Version 4.1 geupdated. Die Software kostet ohne zusätzliches Plugin für Photoshop, Lightroom oder Aperture nur $ 39 und ist auf deren Webseite erhältlich. Mit Plugin für Lightroom in der Pro Variante kostet die Software derzeit $ 99 und für die Pro Plus Version mit Plugin für  Lightroom, Photoshop und Aperture legt man $ 119 hin.
Zu kaufen gibt es das Plugin auf der Webseite von HDR soft. Das Plugin / Standalone-Programm kommt mit wenigen Voreinstellungen daher, was bei dem Einstiegspreis aber auch absolut in Ordnung ist – außerdem, wer will schon alles genau so machen wie die Anderen?
Was mir gut gefällt ist, dass die Software selbst für diejenigen die nur selten HDR Fotos machen, mit $ 39 durchaus erschwinglich ist. Verbesserungswürdig finde ich, dass die Software die Auswahl des Ghostings vereinfachen könnte, auch die Bearbeitung der Halos ist etwas gewöhnungsbedürftig und manchmal auch nicht möglich, außer man bemüht sich noch mal in einem Bildbearebeitungsprogramm seiner Wahl.

Nik Software HDR Efex Pro

HDR Fotografie erstellt mit HDR Efex ProHDR Efex Pro ist das Plugin gewesen, das mich am meisten überzeugt hat. Die Einstellungs- und Konfigurationsmöglichkeiten lassen eigentlich keine Wünsche offen. Hier kann man gezielt Halos reduzieren, gezielt die Stärke des HDR Effektes bearbeiten. Außerdem empfinde ich die Benutzeroberfläche in HDR Efex Pro bislang als am einfachsten und verständlichsten, obwohl eine Fülle an Funktionen dahinter „versteckt“ sind.
Nik Software stellt generell sehr hochwertige Software für Fotografen her – erst kürzlich erregte das Plugin „Silver Efex Pro 2“ Aufsehen in viele Fachzeitschriften.

Die Software kostet bei Nik Software gerade 129,95 € sowohl als Download Version, als auch als Version mit Verpackung (boxed), statt der bislang üblichen 159,95 EUR. Solltet Ihr Euch die Software kaufen wollen, so empfehle ich, zuerst den aktuellen Dollar-Kurs zu berechnen und sonst eventuell die Shop auf USA umzustellen. Aktuell sind $ 159 in etwa 109 Euro, also immer noch günstiger, als ein Kauf im deutschen Store. Die Software funktioniert als Standalone Version, selbst wenn man direkt aus Photoshop heraus Bilder in HDR Efex Pro importieren kann.

HDRtist von Ohanaware

Eine sehr interessante Software für HDR Fotos scheint mir auch noch HDRtist von Ohanaware für den Mac zu sein. Diese werde ich mal in der Free & Easy Version für Mac OS X testen und Euch in einem späteren Tutorial vorstellen.

 

Ich werde hier in nächster Zeit einige Tutorials in Punkto HDR veröffentlichen und Euch noch weitere Software vorstellen.

 

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