HDR-Tutorial mit der Open Source Software Luminance HDR (Qtpfsgui)

Ergebnis zum Vergleich aus der HDR-Software Luminance HDR
[Download nicht gefunden.]Bevor ich auf die kostenpflichtigen Softwarelösungen für HDR auf dem Mac – und im Fall von der Open Source Software Luminance HDR sogar für Linux und Windows – eingehen werde, folgt heute wieder ein Test mit einer kostenfreien Lösung.
Wie Ihr ganz einfach Belichtungsreihen aufnehmen könnt, erfahrt Ihr in einem anderen Beitrag auf unserer Webseite.

Luminance HDR ist eine Open Source Software die auch unter dem Namen Qtpfsgui bekannt ist. Die Software könnt Ihr Euch jeweils für Euer Betriebsystem passend ganz umsonst auf folgender Webseite herunterladen: qtpfsgui.sourceforge.net. Solltet Ihr keine Belichtungsreihen im Moment zur Verfügung haben, könnt Ihr hier wieder unsere Testfotos herunterladen, die wir auch im Tutorial verwendet haben > [Download nicht gefunden.]. Da wir alle folgenden Tutorials mit HDR Softwarelösungen verwenden werden, haben wir so auch einen ganz guten Vergleich.

Allgemeines zu Luminance HDR

Nachdem ich die Möglichkeit hatte, die Software kurz auf dem PC anzutesten, möchte ich hier sagen, dass der Download und die Installation auf dem Mac wesentlich einfacher ist. Hier lädt man nur ein Diskimage von der Webseite herunter und hat bereits alle Zusatzpakete mit in der Anwendung installiert. Bei der Windows-Software war es nötig, während der Installation weitere Pakete downzuloaden.
Beim Mac läuft es wieder wie gewohnt: Diskimage von Luminance HDR öffnen, App in den Programmordner ziehen und das Programm ist installiert. Das Programm nimmt bei mir in der Version Luminance HDR 2.0.2 knapp 41 MB Speicherplatz in Anspruch.
Die Software ist derzeit nur auf Englisch erhältlich, ist dabei allerdings so selbsterklärend, sodass man eigentlich mit der Bedienung keine Probleme haben sollte.

Bedienung der HDR-Software Luminance HDR

Die Bedienung gestaltet sich nicht ganz so einfach wie bei der ersten kostenfreien Software HDRtist die ich vor zwei Tagen getestet hatte, allerdings bietet die Software wesentlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten und liefert auch wesentlich bessere Ergebnisse. Ich vermute, dass der Algorithmus einfach bei der Berechnung der HDR Fotos besser ist.

Screenshot Upload-Programmoberfläche Luminance HDRÖffnet man das Programm sieht man die noch leere Arbeitsoberfläche, die nicht viele Optionen zur Auswahl bietet. Im ersten Schritt laden wir alle Fotos aus unserer Belichtungsreihe in das Programm. Den Button dafür findet Ihr in Luminance HDR links oben. Nach dem Upload der 5 Fotos aus der Belichtungsreihe werden Euch die 5 Fotos noch mal in einem neuen Fenster angezeigt (links), in dem Ihr wahrscheinlich genau so wie ich, die Belichtungswerte korrigieren müsst. Ich habe hier einige unterschiedliche Fotos auch aus anderen Belichtungsreihen hochgeladen und scheinbar hat die Software hier Schwierigkeiten mit der Extrahierung der korrekten Belichtungsdaten aus den EXIF-Informationen der Fotos. Aber nicht so schlimm, man kann sie manuell noch anpassen, was ich Euch auch empfehlen würde. Am Beispiel meiner Testfotos habe ich die Belichtungsreihe von -2 bis +2 eingestellt in 1-Blenden-Schritten (Wie Ihr seht, liegen auch die Werte im Programm jeweils eine Blende auseinander, nur der Basis-Wert „0“ passt leider nicht).
Luminance HDR - Ghosting entfernenHabt Ihr die Blende sozusagen korrigiert, kommt ihr mit Klick auf den „Next“ Button einen Schritt weiter in der Vorbereitung zum perfekten HDR-Aufnahme. In dem Screenshot rechts seht Ihr anhand des Histogramms schon mal den jeweiligen Tonwertumfang in dem jeweils markierten Foto. Da Luminance HDR noch nicht komplett automatisch das Ghosting aus Fotos entfernen kann, ist es an der Zeit, manuell mit Klick auf den „Ghosting“-Button im Bild jeweils die Stelle zu „löschen“, an der Ghosting entsteht. In unserem Fall, ist es der Fußgänger auf der Brücke. Die Möglichkeit, manuell das Ghosting zu entfernen, geht so weit, dass Ihr sogar einzelne Bildpartien wie z.B. diesen Mann komplett aus dem Foto entfernen könnt. Wenn Ihr dies erreichen wollt, müsst Ihr in jedem Foto den Mann mit dem Ghosting-Pinsel rauslöschen.

Standard-HDR-Foto in Luminance HDRSeid Ihr mit der Auswahl zufrieden, könnt Ihr mit „Next“ wieder einen Schritt weiter gehen. Das fertig berechnete Foto ist nun im Programm selbst eingeladen (links) und Ihr habt Ihr noch die Möglichkeit den Gamma-Wert (somit die Helligkeit) des neutralen HDR-Fotos zu beeinflussen. Oberhalb des Fotos befindet sich dazu ein Schieberegler, in dem man stilisiert auch die Tonwertverteilung des Fotos sieht. Schiebt dafür einfach die blaue Markierung einfach nach links (dunkler) oder nach rechts (heller). Wenn Euch das Foto so schon gefällt, könnt Ihr es an dieser Stelle schon abspeichern und das Programm verlassen.

Extremere HDR-Bearbeitung in Luminance HDR

Tonemapping Screen Luminance HDRDie Möglichkeiten von Luminance HDR sind aber nach den ersten Vorbereitungen noch nicht erschöpft. Wenn Ihr ein Foto wie das im Header des Artikels erhalten wollt, klickt im nächsten Schritt auf den Button „Tonemap HDR Image“. Es öffnet sich ein neues Fenster, welches erst mal leer ist (siehe Screenshot rechts), was mich bei der ersten Verwendung der Software ziemlich irritiert hat.
Weiter geht es, indem Ihr zuerst mal links unten im Eck auf den Button „Tonemap“ klickt. Luminance HDR berechnet Euch anhand der Einstellungen in der linken Seitenleiste ein kleines Vorschaubild (in diesem Fall in einer Auflösung von 256 x 385 Pixeln. Dieses Bild ist wirklich nur ein Vorschaubild und dient dazu, den Effekt den Ihr oben in der Seitenleiste einstellt, darzustellen, damit Ihr das Ergebnis schon mal auf die Schnelle beurteilen könnt.
Hier könnt Ihr ohne Weiteres mit den Einstellungen experimentieren und immer wieder auf den „Tonemap“-Button klicken. Positiv finde ich schon an dieser Stelle, dass als Überschrift zu den kleinen HDR-Vorschaufotos genau steht, mit welchen Einstellungen und welchen Werten dieses Bild erstellt worden ist.
Berechnung unterschiedlicher HDR Einstellungen in Luminance HDRWenn Ihr Euch dann für einen Effekt entschlossen habt, stellt das Ausgabeformat des Fotos auf die gewünschte Endgröße und lasst das Bild noch mal berechnen (siehe Screenshot links). Klickt Ihr nun auf den Button „Save as“ wird dieses eine ausgewählte Foto abgespeichert, „Save all“ speichert alle bisher generierten Fotos ab und die Funktion „HDR Image“ rechnet die Bearbeitung auf das zuvor erstellte Basis-HDR-Foto dazu. Damit überschreibt Ihr allerdings das Basis HDR-Foto.

Fazit:

Ergebnis zum Vergleich aus der HDR-Software Luminance HDRLuminance HDR ist eine ausgereifte Open Source HDR-Software, bei der es sich unbedingt empfiehlt, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Ich kann Euch die Installation und das Experimentieren unbedingt nahelegen. Rechts seht Ihr noch mal das Ausgangsfoto und das Endergebnis gegenübergestellt.
Die Software ist deutlich ausgereifter und besser als HDRtist.
Wenn Ihr noch Fragen dazu habt, hinterlasst mir doch bitte zu dem Tutorial einfach eine Nachricht. Ich versuche gerne, Euch die Fragen zu beantworten.

11 Comments

  • Marla sagt:

    vielen Dank für die Mühe! Habe die Software gleich installiert und bin sehr zufrieden damit.

  • Matthias sagt:

    Hi Ben,
    nach einigen weniger Hilfreichen Tutorials über das Programm, kam mir Deine Anleitung sehr gelegen. Ist das erste mal, dass ich das Prog (und HDR generell) probiere. Was mich verwirrt:
    Ich nutze Luminace 2.2.1 und dort habe ich keinen „Tonemapping“-Button.
    Vielleicht könntest du ja auch mal die einzelnen Filter beschreiben und kurz erläutern. Das wäre bestimmt eine große Hilfe, nicht nur für mich! Toller Blog, gefällt mir sehr gut!
    Gruß Matthias

  • Ilona B. sagt:

    Hallo Ben,
    kann mich nur an meinem Vorredner anschließen. Wollte schon lang mal HDR Fotos erstellen. Es scheiterte meist an der Software und der fehlenden guten Beschreibung dazu, was mich von einem Kauf abhielt, denn wenn ich schon mit der Testversion nicht zurecht komm, was soll das dann… Mit Freude hab ich dein Tutorial durchgearbeitet. Hat Spaß gemacht, dank deiner Erklärung! Den „Tonemapping“ Button find ich allerdings auch nicht.
    Werd dich gleich mal auf Facebook besuchen und schaun, was du och so alles zu bieten hast.
    Gruß Ilona B.

  • Stefan sagt:

    Hallo !

    Wo kann ich die Ausgabegrösse verändern???
    erstelle immer bilder mit ein paar bite, die lassen sich nicht wirklich gross anschauen…

    MfG!!!

  • ralf sagt:

    Warum habe ich IMMER oben links Fehler in Bild, Striche, eine dunkle Stelle, Der Fehler ist nicht immer da, aber wenn er auftaucht IMMER oben Links! Bin ich der einzige der diesen Fehler hat?

    Wie kann ich den Fehler beheben?

    MFG
    ralf

    • Ben Moll sagt:

      Hallo Ralf,
      dies ist mir und meinen Mitstreitern in der Software selbst noch nicht aufgefallen, allerdings arbeiten wir derzeit auch nicht mit der aktuellsten Version aus dem Netz. Wir werden das aber mal testen. Kannst Du uns genau sagen, mit welchen Dateien Du arbeitest und was Du grob für Einstellungen vornimmst und auf welchem Betriebssystem Du arbeitest, damit wir das möglichst gut nachvollziehen können?

      Vielen Dank und Grüße,
      Ben

  • Jacky sagt:

    hallo – bei mir erscheint kein tonemapping button – kannst du mit sagen was ich falsch mache?

  • Jaqueline Schönbauer sagt:

    ich kann keinen tone mapping button finden – kannst du mir sagen, was ich falsch mache?

  • Susanne Reimers sagt:

    Ich habe mir die Software in der neusten Version nun schon 3x runtergeladen und neu installiert. Immer wenn ich das Programm geöffnet habe und die Belichtungsreihen (habe alle möglichen Formate versucht) sprich 3 Bilder laden möchte, stürzt das Programm ab. Ich kann damit also nicht arbeiten und finde den Fehler nicht. Hat jemand eine Idee?

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