Sportfotografie

American Football - Schwäbisch Hall Unicorns - Sportfotografie

American Football - Schwäbisch Hall Unicorns - SportfotografieDas Genre der Sportfotografie ist einfach zu definieren – generell handelt es sich bei der Sportfotografie um die Ablichtung sportlicher Ereignisse mit viel Bewegung. Jedoch nicht alles, was als Sport bezeichnet wird, fällt dabei automatisch in dieses Genre. So wird z.B. die Fotografie bei Schachtunieren eher als als Portraitfotografie bezeichnet.

Eines haben aber nahezu alle Sportfotos gemein: Der Fotograf arbeitet hier mit großen Teleobjektiven, die sehr lichtstark sind und damit eine geringe Schärfentiefe haben. Gerade dies führt dazu, dass bei Sportfotos das Motiv bei der richtigen Fotografiertechnik oft wie freigestellt wirkt.

Erst kürzlich wurde mir wieder die Frage gestellt, welche Ausrüstung ich jemanden empfehlen würde, der in der Halle beim Basketball Fotos machen will, dabei aber nicht ein wahnsinnig großes Budget hat, um viel Geld in teure Optiken zu stecken.

Die Anforderungen an die Ausrüstung bei der Sportfotografie

Ich denke, man kann die Anforderungen an die passende Ausrüstung für gute Sportfotografien in wenigen Punkten ganz gut unabhängig vom Hersteller zusammenfassen:

  • Kamera mit möglichst geringem Rauschverhalten in ISO-Werten über der 400 ISO (nicht unüblich sind ISO-Werte jenseits der 1.000).
  • Die Kamera sollte dazu in der Lage schnelle Serienbilder zu machen.
  • Lichtstarke Objektive ab einer Brennweite von mindestens 200 mm. Unter einer Blende von 2.8 halte ich die Objektive für nahezu unbrauchbar wegen sonst zu langer Belichtungszeiten.
  • Die Objektive sollten einen sehr schnellen Autofokus besitzen.
  • Besonders empfehlenswert ist die Verwendung von sogenannten Einbeinstativen, die genügend Stabilität verleihen und man schnell aufgrund des einen Standfußes mit Drehungen dem Geschehen bei Ballsportarten auf einem Feld mitgehen kann.

 
Sportfotografie im American FootballDie Fotos die Ihr in diesem Artikel seht habe ich alle ausschließlich mit meinem Consumer Teleobjektiv von Nikon, dem 70 – 300 mm aufgenommen, was allerdings nur bedingt gute Ergebnisse trotz einer ISO Zahl von 1.000 liefert (siehe Titelbild des Beitrages). Bei der Mehrzahl der Fotos ist es nicht mehr möglich, einzelne Bewegungen wirklich „einzufrieren“, wie Ihr am Foto auf der rechten Seite erkennen könnt. Dafür ist bei diesem Objektiv die Blende zu wenig weit offen, d.h. zu wenig Licht kommt auf den Chip und damit werden die Belichtungszeiten wie rechts (1/160 s) zu lange um den gewünschten Effekt zu erzielen. Zudem habe ich alle Fotos ohne Stativ aufgenommen.

Mögliche Techniken in der Sportfotografie

Bei professionellen Sportfotografen sieht man es sehr häufig. Der anvisierte Sportler wird scharf vor einem verwischten Hintergrund abgelichtet. Dies erfordert viel Übung und eine besondere Technik in der Fotografie, die ich Euch leider nur theoretisch erklären kann. Die Technik nennt sich Mitzieh-Effekt und erklärt damit eigentlich schon, was zu machen ist:
Wichtig ist, dass der automatische Fokus auf die Funktion eingestellt wird, dass er sich permanent aktualisiert, d.h. bei dem ein mal scharf gestellten Objekt auch weiter scharf bleibt. Des Weiteren muss der Fotograf mit der Bewegung des Sportlers die Kamera mitziehen (daher auch die Verwendung der Einbeinstative, da hier einfach mitgeschwenkt werden kann). So wird erreicht, dass der Sportler vor dem Hintergrund freigestellt wird.
Dies funktioniert natürlich nicht automatisch bei jeder Sportart gleich gut – besonders oft sieht man diese Technik jedoch bei der Sportfotografie bei Fahrrad-Rennen, in der Formel Eins, bei Autorennen, aber auch bei einigen Ballsportarten bei denen das Spiel sehr schnell ist und die Sportler viel laufen müssen.

Tipps zur Sportfotografie

Da ich nicht davon ausgehe, dass viele von unseren Lesern die dementsprechenden Objektive besitzen, hier noch ein paar Tipps von meiner Seite, die Euch bei der Aufnahme guter Sportfotos unterstützen:
Verwendet in Hallen unbedingt höhere ISO Zahlen als draußen. Da in Hallen zudem manchmal noch ein wirklich komisches Licht herrscht empfiehlt es sich, ganz am Anfang einen Weißabgleich an der Kamera vorzunehmen, sonst werdet Ihr später beim Bearbeiten der Fotos nicht mehr froh, wenn ihr mal 200 bis 300 Fotos an einem Nachmittag gemacht habt.
Stellt Eure Kamera auf „Burst-Mode“, sodass Ihr mit einmaligem Betätigen des Auslösers möglichst viele Fotos schnell hintereinander machen könnt. Dies erhöht die Chance ein gutes Foto zu erhalten.
Wenn Ihr draußen fotografiert, sei es beim Football so wie bei mir, seid Ihr gut dran, wenn Ihr einen Tag erwischt, an dem es zwar sehr hell ist, die Sonne aber vielleicht durch Wolken oder einen leichten Dunstschleier leicht verdeckt ist – dies hat den Vorteil, dass die Schatten auf Euren Fotos weicher werden.
Übt die Technik wie vorher beschrieben – Autofokus an, und zwar so, dass er mit dem Sportler im Fokus mitgeht. Spotmessung in der Mitte versteht sich von selbst.

 
Ich würde mich wirklich freuen, wenn Ihr noch ein paar Tipps auf Lager habt, oder Links zu Euren Sportfotos hier veröffentlichen wollt.

Bildreferenz: Alle Sportfotos in diesem Beitrag von mir aus dem Jahr 2010.

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