Chromatische Aberration

Beispiel für chromatische Aberration

Beispiel für chromatische AberrationBei der chromatischen Aberration handelt es sich um einen Abbildungsfehler, der von minderwertigen oder älteren Objektiven herrührt. Auffallend ist dies besonders an Hell-Dunkel-Übergängen, wie Ihr hier links in dem Beispiel seht. (Das Bild wurde mit einer digitalen Kleinbildkamera aufgenommen). In dem Bildausschnitt sieht man die chromatische Aberration ziemlich deutlich und zunehmend stärker, je näher man sich dem Motivrand nähert. Ihr erkennt dies an den Magenta abstrahlenden Rändern, die in die Schattenbereiche abstrahlen und auf der anderen Seite die leicht cyan gefärbten Farbkanten, die in die hellen Bereiche überstrahlen. Foto ohne chromatische AberrationDies bedeutet aber nicht, dass es mit jeder Kleinbildkamera auftritt, denn viele Hersteller verwenden verschiedene Gläser mit unterschiedlicher Dispersion (Streuung nach dem Snellius’schen Brechungsgesetz), sodass diese Farbverschiebungen nur vermindert und kaum wahrnehmbar auftauchen. Ein Beispiel für eine gute Abbildungsleistung seht Ihr hier rechts

Welche Arten von chromatischen Aberrationen gibt es?

Unterschieden wird in bei chromatischen Aberration zwischen Farblängsfehlern und Farbquerfehlern. Die Farblängsfehler bezeichnen den Zustand, dass die Farbverschiebungen auf der horizontalen, longitudinalen Achse auftreten. Dies bedeutet, dass sich diese Fehler vor und hinter dem Fokus entwickeln. Die vermutlich häufiger auftretenden Farbquerfehler entstehen zunehmend von der Mitte zum Rand des Objektivs hin. So kann es sein, dass das aufgenommene Foto in der Mitte (am Fokus) keine chromatische Aberration aufweist, jedoch zum Rand hin mehr oder weniger starke Farbverschiebungen besonders an Hell-/Dunkel-Kontrasten auftreten.

Generell führt die chromatische Aberration beim Menschen zu einem gewissen Unschärfeeindruck, der dadurch begründet wird, dass wir nur eine Linse besitzen, die sich an die jeweilige Wellenlänge des Lichtes anpasst. Liegen diese Wellenlängen zu weit auseinander, so nehmen wir diese Farbabweichung wahr.

Es gibt von Objektivherstellern oftmals noch spezielle Objektive, die sehr teuer sind, welche aber nahezu keine chromatische Aberration aufweisen. Diese Objektive erkennt man z.B. an dem Kürzel „Apo“. Nikon hatte z.B. mal ein 210 mm Apo Objektiv verkauft (ich bin mir an dieser Stelle, ob es das überhaupt noch gibt?), welches schon gute 4.000 Euro kosten kann. Dieses Objektiv ist speziell optimiert und speziell hergestellt und wurde für extreme Makros verwendet.

Wie kann man die chromatische Aberration beim Fotografieren verhindern?

Das einzige, was Ihr beim Fotografieren direkt machen könnt und was mir bekannt ist, ist das Abblenden des Objektives, wenn Ihr bereits wisst, dass Euer Objektiv anfällig für Farblängsfehler ist. Oftmals erreicht man hier schon deutlich bessere Ergebnisse, ohne im Nachhinein noch viel bearbeiten zu müssen.

Sollte dies nicht gelingen und solltet Ihr Farblängsfehler an Eurem Objektiv feststellen, bleibt nichts anderes übrig, als über die Linsenkorrektur z.B. in Photoshop oder Lightroom, das Foto weiter zu bearbeiten.

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