Filter für Objektive: Variable Neutraldichte-Filter (ND-Filter) Graufilter

Variable Neutraldichte-Filter im Einsatz

Heute gibts mal eine Empfehlung in punkto Neutraldichte-Filter (auch ND-Filter oder Graufilter) für Euch. Ich habe mir vor kurzem einen variablen Neutraldichte-Filter zugelegt, welchen ich nun wieder verkaufen werde. Eines vorneweg, nicht wegen der Qualität des Filters, denn er ist gut verarbeitet und die Gläser hinterlassen auch einen guten Eindruck, die Farbwiedergabe ist absolut in Ordnung und die Farben sehen mit den richtigen Farbtemperatur-Einstellungen auch gut aus. Doch es gibt etwas, das mich an dem Neutraldichte-Filter stört.

Variable ND-Filter im Einsatz

Neutraldichte-Filter in der ArchitekturfotografieMein bevorzugter Einsatzbereich von Neutraldichte-Filtern ist generell bei der Architekturfotografie, wie Ihr z.B. in dem Foto auf der linken Seite erkennen könnt. Aber auch in der Landschaftsfotografie lassen sich Graufilter sehr gut einsetzen. Mehr über mögliche Einsatzbereiche könnt Ihr auch in einem älteren Artikel nachlesen, in dem es um Langzeitbelichtungen bei Tag geht.
Einsatz von Graufiltern in der LandschaftsfotografieNeutraldichte-Filter werden aber ebenso bei der Portraitfotografie verwendet, besonders unter sehr hellen Lichtverhältnissen, wenn Ihr z.B. bei grellem Licht und weit geöffneter Blende ein Foto machen wollt, welches selbst bei niedrigen ISO-Werten heillos überbelichtet wäre. Schraubt Ihr hier einen Graufilter vor die Linse, könnt Ihr die Blende nach wie vor geöffnet lassen und dennoch gute Fotos machen.
Hier kommt meines Erachtens der Vorteil eines variable ND-Filters voll zum tragen. Je nach Lichtverhältnissen lassen sich so gute Fotos machen und Ihr seid flexibel genug, um auf unterschiedliche Lichtsituationen zu reagieren.

Variable Neutraldichte-Filter im EinsatzVariable ND-Filter weisen in der Regel einen Bereich von einer bis zu 8 Blenden auf, in denen der Filter verstellt werden kann. Das Problem, das ich jedoch manchmal feststellen musste (hier links ein Beispiel eines versauten Fotos aufgrund des variablen Graufilters) ist, dass ich ihn manchmal „überdreht“ habe, was auf den ersten Blick auf den Fotos nicht zu erkennen gewesen ist – zumindest nicht auf dem Display der Nikon D700.
Am Beispiel links könnt Ihr schon erkennen, was das Problem ist: überdreht man den Filter, so entstehen unschöne Verdunkelungen auf zwei gegenüberliegenden Seiten (hier zu sehen im linken unteren und im rechten oberen Eck des Fotos), überdreht man den Filter noch weiter, so wird dieser Effekt noch extremer.
Leider hatte ich mich zuvor nicht erkundigt, was, abgesehen von der Einstellungsmöglichkeit der Filter, der eigentliche Konstruktionsunterschied der Gläser zu denen eines normalen, festen ND-Filters ist.

Der Unterschied zwischen variablen Neutraldichte-Filtern zu festen Graufiltern

Ohne jetzt groß in die Technik bzw. Optik abschweifen zu wollen versuche ich Euch zu erklären, was der entscheidende Unterschied ist.
Normale Graufilter mit einem festen Neutraldichte-Wert werden aus einem getönten Glas gefertigt, welches das Licht gleichmäßig abschwächt, sodass weniger Licht durch die Linse letztendlich auf den Sensor trifft. Variable Filter hingegen sind eigentlich zwei, sich gegenläufig bewegende (drehende) Polfilter, die aufeinander liegen.
Wenn Ihr bereits Polfilter verwendet habt, so wisst Ihr, dass diese je nach Lichteinfall bzw. Reflexion in unterschiedlichen Positionen z.B. Spiegelungen in glatten Oberflächen entfernen können. Dabei werden durch den Polfilter bestimmte Lichtwellen aus einer Richtung unterschiedlich „gebrochen“ und dementsprechend durchgelassen, oder eben nicht (mehr Informationen zu Polfiltern gibt es hier auf unserer Seite).
Dreht man nun zwei hintereinander gehaltene Polfilter gegeneinander, so seht Ihr genau, was ein variabler Graufilter eigentlich macht: Die Lichtmenge die durch die beiden Filter hindurchgeht, wird geringer, bis zu einem gewissen Grad. Danach löst sich dieser Effekt wieder auf.

Fazit

Meiner Ansicht nach macht ein variabler Graufilter z.B. auf meinem Nikon Nikkor 50mm Objektiv dann Sinn, wenn ich auf der Straße unterwegs bin, Street-Fotografien machen will, ein sonniger Tag ist und ich mit der Belichtungsautomatik arbeite und dennoch eine offene Blende von 1.8 verwenden will. Hier ist es gut, die öfter mal vorhandenen kurzen Belichtungszeiten von 1/8000 zu verringern. Hierfür ist ein variabler Graufilter, wenn man auf die Überdrehung des Filters aufpasst, absolut perfekt geeignet, lässt er sich doch einfach verstellen.
In einem Fall, wo Zeit nicht so entscheidend ist, wie z.B. bei der Architekturfotografie oder Landschaftsfotografie, empfehle ich die Verwendung eines „echten“ Neutraldichte-Filters an Eurer Linse.

Wenn Ihr andere Erfahrungen gemacht habt, würd ich mich über Feedback von Euch freuen.

Bildreferenz: White Branch Falls, until we meet again

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