Andreas Bernhard Lyonel Feininger

Andreas Feininger - Architekturfotograf

Gestern haben wir hier schon einen Bildband „Andreas Feininger – New York in the forties“ vorgestellt, heute will ich Euch ein paar Hintergrundinformationen zu einem der Vorreiter der Architekturfotografie liefern.

Kurzbiographie Andreas Feininger

  • Geboren: 27. Dezember 1906 in Paris als amerikanischer Staatsbürger
  • Aufgewachsen in Berlin
  • ab 1919 lebte Andreas Feininger in Weimar und Dessau
  • 1929 Erste Ausstellung als Fotograf auf der FiFo (Fim und Foto) in Stuttgart
  • 1929 – 1932 Tätigkeit als Architekt in Hamburg
  • 1932 – 1933 Arbeit für Le Corbusier
  • 1933 Emigration nach Schweden
  • 1939 Auswanderung in die USA
  • 1943 – 1962 Tätigkeit für Life Magazin
  • Gestorben: 18. Februar 1999 in New York

 

Die Jugend des Fotografen und Architekten Andreas Feininger

Andreas Feininger, mit vollem Namen Andreas Bernhard Lyonel Feininger, wurde Ende Dezember 1906 in Frankreich, Paris geboren. Er war das Kind jüdischer amerikanischer Staatsbürger, da sein Vater Lyonel Feininger, der Maler, 1871 in New York geboren wurde. Dessen Großvater wanderte bereits 1848 von Deutschland in die Vereinigten Staaten von Amerika aus.
Seine Eltern zogen bereits kurz nach seiner Geburt nach Berlin, wo er einen Großteil seiner Kindheit verbrachte, bis sein Vater Lyonel Feininger 1919 an die Bauhaus Universität in Weimar berufen wurde. Von dort an lebte er abwechselnd in Weimar und Dessau mit seinen Eltern.

Lehrjahre, Studienjahre und erste Arbeitsjahre von Andreas Feininger

Der amerikanische Fotograf Andreas FeiningerNach seiner Schulzeit machte Andreas Feininger zuerst eine Ausbildung als Kunsttischler am Bauhaus. Anschließend begab er sich an die Bauschule in Zerbst und studierte dort Architektur.
Nach Abschluss seines Studiums verschlug es ihn zwischen 1929 und 1931 als Zeichner in das Architekturbüro der Kaufhauskette Karstadt nach Hamburg. Da die politische Lage sich stark veränderte und Andreas Feininger keine Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten hatte, zog er 1932 nach Paris, wo er etwa ein gesamtes Jahr blieb und dort für – meines Erachtens – den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts Le Corbusier arbeitete.
1933 emigrierte er abermals, dieses mal nach Schweden zusammen mit seiner schwedischen Freundin, die er 1935 in Stockholm heiraten sollte. Sein Ziel in Stockholm als Architekt zu arbeiten verfolge er nicht weiter, nachdem er sich in der Zwischenzeit als Architekturfotograf und technischer Fotolaborant einen Namen gemacht hatte. Andreas Bernhard Lyonel Feininger entwickelte bis 1939 eine eigene Teleoptik und ein Vergrößerungsgerät, welches später sogar industriell gefertigt wurde.
Nach Kriegsausbruch musste er abermals emigrieren – dieses Mal nach New York wo er auch zusammen mit seinen Eltern und seiner Frau inklusive seinem Sohn bis zu seinem Lebensende bleiben sollte.

Andreas Feiningers Schaffen und Wirken als Fotograf

Carr Fork Canyon - Fotografiert von Andreas Feininger im Jahr 1942Auch wenn er bereits 1929 eine erste Ausstellung seiner Fotografien auf der legendären FiFo Messe (Film und Foto) in Stuttgart hatte, gelante Andreas Feininger zu einem gewissen Bekanntheitsgrad erst nach der Veröffentlichung und Ausstellung „New York in the forties“ und der Herausgabe des Bildbandes „Andreas Feininger – New York in the Forties“ Er begann in New York als freier Fotograf den Lebensunterhalt seiner Familie zu erwirtschaften, wirkte dann aber seit 1943 als Fotograf in Festanstellung für das LIFE Magazine in New York bis zum Jahre 1962. Seither veröffentlichte er 61 Lehrbücher zur Fotografie und Bildbände, welche bis heute in den Hochschulen geführt werden.
Andreas Feininger war ein Autodidakt und versuchte gerade zu seiner Anfangszeit sein Hobby mit der Architektur zu finanzieren. Er legte mit seiner Akribie dem Betrachter Motive nahe, so wie er sie wahrgenommen hatte. Er feilte an seiner Technik, im Labor wie an der Kamera.
Feininger war zeitlebens nie jemand, der das aktuelle Zeitgeschehen fotografierte, mit einer einzigen Ausnahme. So fotografierte er 1941 eine Bombenproduktionsstätte in den USA für das LIFE Magazin. Das LIFE Magazin war damals die freigeistige Plattform vieler großer Fotografen seiner Zeit wie z.B. Ansel Adams oder Horst Capa. Feininger war ein Techniker, dem niemand zu seiner Zeit das Wasser reichen konnte.
Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er damit einen Großteil seiner Ansichten zur Fotografie niederzuschreiben, veröffentlichte noch viele Bücher und hinterlies der Menschheit damit zahlreiche Zeitzeugnisse und Lehrwerke, die bis heute seinesgleichen suchen.
Andreas Feininger suchte zeitlebens nach einer Formen in der Architektur, in Stadtbildern in Landschaften. Dies machte Ihn zu einem der bedeutendsten Architekturfotografen und Fotojournalisten seiner Lebenszeit. Bis heute ist er Inspiration und Vorbild vieler.

Bildreferenz: Alle Fotos Copyright by Andreas Feininger mit freundlicher Genehmigung der Library of Congress, USA publiziert unter Creative Commons Lizenzen.

Weiterführende Links: Offizielle Webseite des Andreas Feininger Archives

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