Fotografie von Blitzen und Gewittern

Gerade jetzt ist die Zeit, wo es aufgrund der heissen Temperaturen tagsüber vermehrt zu klassischen Sommergewittern am Abend kommt. Wenn Ihr Gewitter fotografieren wollt, gibt es unterschiedlich aufwendige und kostenspielige Techniken, dies zu machen. Das Problem bei der Fotografie von Gewittern und Blitzen ist, dass man eigentlich nie abschätzen kann, wann der Blitz, den man festhalten will, tatsächlich kommt.
Gerade wenn man privat Blitze fotografieren will, gibt es eine sehr einfache Möglichkeit dies zu machen, ohne groß investieren zu müssen. Professionelle Fotografen verwenden dafür oft spezielle Sensoren als Auslöser, die das Licht des Blitzes erfassen und die Kamera auslösen.
Technisch noch aufwändiger wird es Gewitter nicht bei Nacht oder am Abend, sondern am Tag zu fotografieren, aber auch hierzu kann ich Euch aus meiner Erfahrung ein paar Tipps geben – viel Spaß dabei, wenn Ihr das selbst ausprobiert.

Die passende Ausrüstung zum Fotografieren von Gewittern

  • Stativ
  • Kamera mit manueller Belichtungszeiteinstellung
  • eventuell Fernauslöser bzw. Kabelauslöser passend für Eure Kamera
  • ND-Filter
  • falls möglich ein Weitwinkel-Objektiv

 

Sicherheitshinweise

Eigentlich versteht es sich von selbst, aber ich möchte Euch trotzdem an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das fotografieren von Blitzen gerade in der freien Natur durchaus gefährlich ist. Wenn Ihr mit einem Stativ arbeitet ist es z.B. möglich, dass gerade Blitze durch das Metall angezogen werden. Unter freiem Himmel solltet Ihr ebenfalls aufpassen, dass Ihr nicht unter Bäumen steht, sucht Euch auf alle Fälle einen sicheren Ort, von dem aus Ihr vom Wetter geschützt fotografieren könnt.

Fotografieren von Blitzen am Abend und in der Nacht

Blitze fotografieren - Unwetter und GewitterDas Fotografieren von Gewittern am Abend und bei Nacht ist eigentlich die einfachste Übung. Hierzu empfehle ich Euch die Kamera an einem sicheren und trockenen Ort unterzubringen, einen möglichst niedrigen ISO-Wert (z.B. 100) zu wählen, euer Objektiv auf die kleinste Brennweite zu stellen und eine möglichst große Blendenzahl (zwischen 11 und 16) zu wählen. So erhaltet Ihr eine möglichst lange Belichtungszeit, was zum einen die Chance erhöht, dass Ihr bei einem Gewitter einen Blitz erwischt und vielleicht habt Ihr zu anderen sogar das Glück, mehrere Blitze in einem Foto festzuhalten.
Damit das Foto so verwackelungsfrei ist, wie möglich, empfiehlt sich der Einsatz eines Statives, der Spiegelvorauslösung Eurer Kamera sofern Eure Kamera dies unterstützt. Wenn Ihr vorab eine Belichtungsmessung mit Eurer Kamera durchführt, könnt Ihr die optimale Belichtungszeit für die Kamera bei Nacht wählen. Hier ist es aber auch nicht schlimm, wenn Ihr ein paar Sekunden unterbelichtet oder überbelichtet. Die Belichtungszeit liegt hier zwischen einer und zwei Minuten pro Foto. Sollte in dieser Zeitspanne kein Blitz aufgetaucht sein, nehmt lieber ein neues Foto auf, da sonst die Bildqualität durch das Rauschen zu schlecht wird und das Bild zudem überbelichtet wird.

Die Chancen wie in dem gezeigten Beispiel interessante Blitze auf ein Foto zu bannen, stehen damit sehr gut.
Schwieriger gestaltet es sich, Blitze bei Tag zu fotografieren.

Das Fotografieren von Blitzen am Tag

fotografieren von blitzen bei tagDamit Euch auch das Fotografieren am Tag gelingt, empfiehlt es sich zusätzlich zur Ausrüstung zum Fotografieren von Blitzen am Abend oder bei Nacht, einen Neutraldichtefilter einzusetzen.
Selbst bei den oben erwähnten Einstellungen dürfte man kaum länger als eine Sekunde belichten können, ohne dass das Foto überbelichtet wäre. Mit dem Einsatz eines Neutraldichtefilters verlängert Ihr die Belichtungszeiten je nach Stärke des Neutraldichtefilters (oder auch Graufilter oder ND-Filter).

Prüft auch hier vorab Eure Belichtungszeit, stellt die Kamera auf Spiegelvorauslösung und nehmt eine ganze Serie von Belichtungen auf, in dem Ihr die entweder den Auslöser immer wieder mittels Fernauslöser betätigt oder stellt Eure Kamera auf die Serienbildfunktion ein (hier eine Anleitung, wie dies bei der Nikon D700 einzustellen ist, lasst hier einfach die Bracketing-Funktion für die automatische Belichtungsreihe weg). Wenn Ihr eine Tabelle mit Richtwerten für den Einsatz eines Neutraldichtefilters benötigt, gibt es hier mehr Infos dazu.

Ich hoffe Euch mit diesen paar Tipps ein wenig dabei geholfen zu haben, wie Ihr beim nächsten Gewitter gute Blitzfotos machen könnt. Probiert es am besten selbst mal aus, ich wünsche Euch viel Spaß dabei.

Bildreferenz: Las Vegas Lightning, Blitz am Tag über Singapur

5 Comments

  • Herzlichen Dank für diese Tipps. Hauptschwierigkeit am Blitze Fotografieren sehe ich eigentlich darin, eine passende Location zu finden, die genügend Sicherheit für Mensch und Material bietet und auch noch ein „schönes“ Motiv ermöglicht :(

  • Die nächste Chance besteht zum Ende dieser Woche. :)

  • Simon sagt:

    Wow, die sind echt toll geworden!
    Wir hatten vor ein paar Tagen auch ein heftiges Gewitter hier und ich hab versucht, ähnliche Bilder mit meiner Sigma SD14 samt passendem Objektiv zu schießen, aber irgendwie sind die dennoch nicht wirklich was geworden… Der Wind ging so stark, dass das Statis leicht gewackelt hat und dadurch hat logischerweise alles verschmiert… :(
    Das nächste Mal probier ichs durch Fenster durch und guck mal, wie das wird…
    Wie machst du das?
    Ist ja eigentlich immer windig beim Gewitter….
    Total schweres Stativ?

    • Ben Moll sagt:

      Hallo Simon, vielen Dank für Deine Antwort.
      Ich denke, eine Voraussetzung ist ein schweres Stativ, das stimmt… alternativ kannst Du aber auch aus einem Tisch oder irgendetwas anderem stabileren etwas bauen, damit die Kamera stabil bleibt.
      Bei Stativen bin ich mittlerweile echt „vorsichtig“ geworden. Ich hatte vorher eines von Cullmann und war damit so lange zufrieden, bis ich mich mehr mit dem Fotografieren auseinandergesetzt habe. Mittlerweile bin ich bei Manfrotto angelangt und werde auch dabei bleiben.
      Wenn Du besonders stabile Stative mal suchen solltest, kann ich Dir nur sagen, dass Stative aus Holz immer noch die besten sind, allerdings auch Ihren Preis haben.
      Ich wünsch Dir viel Erfolg beim nächsten Versuch und freu mich, wenn Du Fotos postest ;)

  • sepp sagt:

    probiert mal ilightningcam 3.6. das ist ne app fürs iphone.
    geht mit 4 und 4s und macht bei tag und bei nacht super 5-8 MP Bilder von Blitzen (funktioniert über echtzeiterkennung), die gallerie ist beindruckend. Kein Stativ, kein Filter.
    Einge Bilder kommen sogar an DSLR Niveau heran, und das iphone hat man immer dabei.

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