DIY Blitz-Bouncers aus einer einfachen Visitenkarte

Titelfoto für den Vergleich zwischen eingesetztem Bouncer und dem selben Motiv ohne Bouncer

Eigentlich gehört dieser Beitrag nicht wirklich in den Bereich des eigenen Homestudios, nachdem aber auch die anderen DIY-Tutorials hier gelandet sind, dachte ich mir, ich schiebe dies hier mit dazu. Ich habe vor einiger Zeit einen Beitrag über den DIY Blitz-Bouncer aus einer Visitenkarte auf diyphotography.net gesehen und war neugierig, ob dies auch wirklich so funktioniert, wie prognostiziert. Daher hier eine etwas erweiterte Anleitung inkl. einfachem Praxistest, an dem sich schon erkennen lässt, was Euch ein Bouncer am Blitz wirklich bringt.

Was Ihr dazu benötigt

  • Eine Visitenkarte
  • eventuell eine Schere oder ein Messer, es fuktioniert aber ebenso gut, wenn Ihr selbst die Karte mit Euren Fingern einreißt.
  • Einen Kamera-Internen Ausklapp-Blitz

 

Welchen Vorteil bietet die Verwendung von Bouncern

Ein Bouncer dient in erster Linie, ebenso wie ein Diffusor dazu, direktes Blitzlicht nicht auf das Foto zu lassen. Oftmals will man genau das eigentlich vermeiden, selbst wenn man einen Blitz aufgrund schlechter Lichtverhältnisse benötigt.
Der Unterschied zwischen einen Bouncer und einen Diffusor ist, wie der Name schon sagt, dass der Bouncer Licht reflektiert, ein Diffusor eintreffendes Licht streut. Während ein Diffusor meist direkt vor dem Blitz sitzt und durch eine dünne, lichtdurchlässige, allerdings streuende Oberfläche das harte Blitzlicht streut, so leiten Bouncer das Licht um, sie reflektieren es um direktes Licht zu vermeiden (im Falle des Blitzes) oder bei großen Bouncern wieder diejenigen der Firma California Sunbounce (hier zum Produktangebot der Firma bei amazon.de) um meist natürliches Licht an anderer Stelle zu bündeln.

Doch wie oft ist man mal mit seiner Kamera unterwegs und hat nicht die komplette Ausrüstung mit dabei und benötigt nun einen Bouncer oder Diffusor für den kleinen Ausklapp-Blitz auf der Kamera, den nahezu jede (Digitale) Spiegelreflex-Kamera besitzt (bis auf die Top-Modelle von Nikon und Canon).
Dabei möchte ich auch gleich sagen, dass ein Bouncer dieser Art selbstverständlich keine perfekten Fotos ermöglicht, jedoch manchmal ist der Einsatz dieses schnell anzufertigenden Bouncers immer noch eine bessere Alternative als die Verwendung keines Bouncers.

DIY Bauanleitung für den Bouncer

Material für den Bau eines einfachen DIY BouncersLinks seht Ihr „die“ Materialien die Ihr für den Bau eines Bouncers für Euren kamerainternen Systemblitz benötigt. Eine Visitenkarte und bei Bedarf noch eine Schere oder ein Messer.

finale Position des DIY Bouncers für Euren Blitz einschätzenDer erste Schritt (rechts) ist nun, die Visitenkarte einfach mal an den Blitz zu halten, um zu sehen, auf welcher Höhe die Einschnitte mit der Schere (alternativ reicht es aber auch, wenn Ihr die Stelle einfach mit Euren Fingern einreißt). Merkt Euch die Stelle oder markiert sie Euch, um die Einschnitte an der richtigen Stelle zu machen.

Eingeschnittene Visitenkarte für den DIY Blitz-BouncerLinks könnt Ihr das Ergebnis sehen, wie die Visitenkarte ungefähr aussehen sollte, wenn Ihr die Kante eingeschnitten habt.

DIY Bouncer auf der Kamera aufgestecktRechts seht Ihr dann, wie der Bouncer auf dem Blitz aufgesteckt aussehen sollte.
Was hier etwas schlecht zu erkennen ist, habe ich den mittleren Teil der Visitenkarte umgeknickt, um der Karte zusätzlich Stabilität zu verleihen, weil sie sich so etwas mehr vom Kameragehäuse abdrückt.

Damit habt Ihr eigentlich auch schon alles so weit fertig. Zeitaufwand unter 3 Minuten und Ihr könnt weiter fotografieren, wenn Ihr gemerkt habt, dass ein Bouncer in einer Situation nicht schlecht wäre.

Beispielfotos ohne und mit DIY Bouncer

Foto ohne Bouncer mit dem Kamerainternen Blitz fotografiertSelbes Motiv mit eingesetztem BouncerLinks seht Ihr das nahezu selbe Motiv ohne den Einsatz eines Bouncers. Hier sind die Schatten sehr hart, die Kontraste zwischen Licht und Schatten sehr hart und man erkennt auf der reflektierenden Fläche den Einfall des Blitzlichtes. Wenn Ihr Euch nun das rechte Foto anseht, könnt Ihr schon erkennen, dass sowohl die Schatten weicher geworden sind (an manchen Stellen scheinen sie fast verschwunden) und der natürliche Beleuchtungseindruck der Szene bleibt erhalten. Selbst wenn das Ergebnis nicht perfekt ist, ist dieses Foto doch ein Beweis dafür, dass es sich erstes immer lohnt, Visitenkarten in der Tasche zu haben, zweitens selbst der Einsatz eines einfachen DIY Blitz-Bouncers bessere Ergebnisse in vielen Situationen liefern wird, als die reine Verwendung des internen Blitzes.
Auch wenn das Ergebnis etwas dunkler ist, als das Original, so lässt sich diese fehlende Helligkeit sehr schnell wieder in das Foto durch eine einfach Bearbeitung in Lightroom bringen.

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