Einführung in die Fotografie – Belichtungsmesser an der Kamera richtig verwenden

Belichtungsmessung mit dem Kamera-internen Belichtungsmesser

Es gibt beim Fotografieren einige einfache Grundregeln und „Tricks“ mit denen man das Ergebnis der eigenen Fotos verbessern kann. Eine absolute Grundlage, die ich Euch heute als Einführung in die Fotografie vermitteln will, ist die Verwendung des Kamera-internen Belichtungsmessers.

Wofür dient der Kamera interne Belichtungsmesser an eurer digitalen Spiegelreflex-Kamera?

Der Belichtungsmesser in der Kamera bestimmt, in drei Kamera-Modi, die Belichtungszeit für Euer Foto. Wie ich festgestellt habe, verwenden Nikon-Fotografen eher die Belichtungsautomatik an der Kamera, wohingegen bei Canon-Fotografen eher die Blendenautomatik verwendet wird.
Die Belichtungsmessung an Eurer Kamera spielt jedoch in beiden automatischen Einstellungen, sowie in der Vollautomatik Eurer Kamera eine entscheidende Rolle bei der „Bildgestaltung“.

Die Belichtungszeit wird mit der Kamera anhand eines Feldes in Eurem Sucher gemessen, welches auch gleichzeitig für den Schärfesensor entscheidend ist. In der Regel ist dies das Sensorfeld in der Mitte des Suchers (man kann dieses Feld jedoch auch einfach wo anders hin verlegen).

Außerdem unterstützen Spiegelreflex-Kameras normalerweise unterschiedliche Messarten, wobei ich Euch empfehle, eher auf die Messung mit einem Sensorfeld umzusteigen. Diese Einstellung bietet Euch die größten Einflussmöglichkeiten direkt während dem Fotografieren.

Bereits vor einiger Zeit habe ich übrigens zwei Apps gefunden und getestet zum Thema Belichtungsmessung mit dem iPhone.

Wie kann man Lichtstimmungen auf Fotos am besten einfangen?

Oftmals steht man als Fotograf vor der Situation, dass das Umgebungslicht das man in der available light Fotografie einfangen will, eine schwierige Lichtsituation für den Sensor der Kamera darstellt.
Ein ganz typisches Beispiel in meinen Augen ist die Fotografie von Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen, aber auch in Situationen mit unterschiedlichen Beleuchtungssituationen wie z.B. ein Haus im Schatten und heller Himmel im Hintergrund.

Vorgehensweise bei der Belichtungsmessung

Wenn Ihr den Auslöser nicht komplett durchdrückt, sondern leicht gedrückt haltet, sodass kein Foto ausgelöst wird, speichert sich Eure Kamera normalerweise die Belichtungsinformationen und den Fokus an dem Sensormessfeld in der Mitte ab. Bei den meisten Herstellern erkennt ihr das daran, wenn der Sensormesspunkt im Sucher kurz rot aufleuchtet. Haltet Ihr nun die Taste gedrückt und schwenkt Ihr die Kamera, macht anschließend ein Foto in dem Ihr den Auslöser komplett durchdrückt, so wird ein Bild mit den Werten aufgenommen, die Ihr an dem ersten Punkt erhalten habt.

Worauf man hier aufpassen sollte ist Folgendes: Wenn die Kamera auf das Abspeichern von Schärfe (Fokus) und Belichtungsmessung eingestellt ist, so wird neben der passenden Belichtungszeit auch die Schärfeebene mitgenommen. Dies bedeutet im Detail: Habt Ihr zuerst auf ein sehr nahes Motiv (weil es vielleicht gerade heller oder dunkler gewesen ist, als das Hauptmotiv fokussiert und Ihr haltet den Auslöser halb durchgedrückt, so ändert sich die Schärfe in Eurem Foto nicht. Wenn Ihr jetzt ein Motiv mit den Werten aufnehmen wollt, welches allerdings weiter entfernt ist, so wird das endgültige Foto unscharf, da das Objektiv nicht noch mal scharf stellt.
Selbstverständlich kann man sich dies auch kreativ zu nutze machen, was ich Euch in einem anderen Beitrag morgen noch näher erklären will.

Himmel leicht überbelichtet durch Messung in den BäumenLinks seht Ihr ein Foto, bei dem ich zuerst auf die weit entfernten Baumkronen fokussiert habe, den Auslöser halb durchgedrückt hatte und anschließend auf die Wolken im Hintergrund zentriert hatte und ausgelöst hatte. Das Resultat ist, dass der Belichtungsmesser nun die Bäume mit einer Belichtungszeit von 1/10 Sekunden gut belichtet sind, der Himmel und dessen Struktur durch die Wolken nun aber fast schon ausgerissen ist, bzw. generell wie man sagt, an Zeichnung verloren hat.

Bäume unterbelichtet durch Belichtungsmessung in den WolkenStellt man nun auf die Wolken scharf und speichert der Belichtungsmesser nun die Belichtungszeit von 1/40 Sekunden ab, so erhaltet Ihr leicht unterbelichtete Bäume, dafür aber einen Himmel inkl. der Struktur der Wolken wie es sein sollte. Dies könnt Ihr leicht am Foto auf der rechten Seite erkennen.
Das selbe Prinzip solltet Ihr also auch bei Sonnenuntergängen anwenden.

Wie kann man Sonnenuntergänge oder Sonnenaufgänge am besten fotografieren?

Ihr habt es sicher schon hin und wieder selbst erlebt, wenn Ihr ein Foto von einem Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gemacht habt, dass die Landschaft oder das was eigentlich aussen rum ist, normal belichtet gewesen ist und man alle Details erkennen konnte. Nichts war in der Landschaft zu dunkel (unterbelichtet), jedoch der Sonnenuntergang war eigentlich nicht mehr zu erkennen ist, da der Himmel um die Sonne herum nahezu weiß ist, und der tatsächliche Farbeindruck völlig verschwunden ist.
Dieses „Phänomen“ tritt dann auf  wenn Ihr aus versehen auf eine dunkle Stelle in Eurem Motiv zuerst fokussiert habt und den Auslöser an Euerer Kamera betätigt habt.

Bei einem Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang wäre es aber eigentlich richtig, mitten in den hellen „Körper“ der Sonne zu fokussieren, den Auslöser halb gedrückt zu halten, und anschließend den gewünschten Ausschnitt zu wählen. So erhaltet Ihr die Lichtstimmung und bekommt dennoch das Motiv abgebildet.

Wenn Euch die Landschaft dennoch zu dunkel ist, bleibt Euch eigentlich nichts anderes übrig, als ein Stativ mitzunehmen, auf die Sonne zu fokussieren und anschließend eine Belichtungsreihe aufzunehmen, aus der Ihr im Anschluss ein HDR-Foto erstellen könnt. Nur so können wir die eingeschränkten Bildinformationen des Sensors überlisten und von jedem Belichtungszustand inkl. Überbelichtung und Unterbelichtung eine Aufnahme machen.

In den beiden Beispielen weiter oben könnt Ihr erkennen, wie sich eine minimale Änderung der Belichtungszeit von 1/40 s auf 1/10 Sekunden am Abend bereits auf die Lichtstimmung auswirken kann.

Es gilt also die einfache Faustregel: Wollt Ihr dunkle Bildbereiche in einem Foto heller machen, fokussiert erst darauf, haltet den Auslöser halb durchgedrückt und macht anschließend das Foto mit dem gewünschten Bildausschnitt. Achtung: Hier ist eine Überbelichtung der helleren Bildanteile inbegriffen.
Wollt Ihr den hellen Teil eines Fotos möglichst naturgetreu fotografieren, fokussiert darauf, Auslöser wieder halb durchgedrückt und schwenkt nun die Kamera auf Euren Bildausschnitt. Allerdings werden so wahrscheinlich alle dunkleren Bildbereiche unterbelichtet.

Wenn Ihr gegen die Sonne fotografiert, hilft in der Regel eigentlich nur der Einsatz eines Blitzes, der die Belichtung des dunklen Hauptmotives an die Belichtung des Hintergrundes anpasst. So werden beide Bildanteile nahezu gleich hell. Diesen Effekt kann man sich z.B. sehr gut bei der Portraitfotografie zu nutze machen.

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