8 Tipps zur Landschaftsfotografie

Bildaufteilung in der Landschaftsfotografie

Beispiel der LandschaftsfotografieDie Landschaftsfotografie ist für viele es der Weg wie sie überhaupt zur Fotografie finden. Bei mir gab es auch eine Phase, in der ich viele Landschaftsaufnahmen gemacht habe, vom Panorama bis hin zu Langzeitbelichtungen. Abgesehen von der Lichtstimmung, handelt es sich meiner Meinung nach gerade bei der Landschaftsfotografie um einen sehr schwierigen Bereich der Fotografie, denn vieles hängt von Faktoren ab, die man nicht wirklich im Griff hat. Das Wetter, die Umgebung, die Jahreszeiten – dennoch macht es aber gerade das besonders spannend. Man wartet auf den richtigen Moment, begibt sich vielleicht öfters zu einem Ort, zu unterschiedlichen Tageszeiten, um genau das Foto aufzunehmen, das man selbst „gesehen“ hat oder selbst darin sieht. Einer der wenigen Fotografen, deren Arbeit ich wirklich bewundere ist Ansel Adams, über den ich hier schon öfter geschrieben habe. Aber vergesst nicht – neben all der Technik bleibt die Fotografie immer noch eine persönliche Ausdrucksweise dessen, wie man die Welt selbst wahrnimmt. Und es wird Zeiten geben, in denen Ihr nicht immer diese „cleanen“ Fotos lieben werdet, wo Ihr beginnt, bewusst Dinge „falsch“, oder besser „anders“ zu machen, Euch ausprobiert, um festzustellen, wo es Euch in der Fotografie hinzieht. Wenn Ihr selbst noch Tipps habt, würde ich mich freuen, wenn Ihr einen Kommentar hinterlasst.

1. Richtige Wahl der Schärfentiefe

Gerade in der Landschaftsfotografie, wie auch in der Architekturfotografie, wird gerne eine hohe Schärfentiefe, also eine geschlossene Blende, d.h. hohe Blendenzahl eingesetzt, um möglichst viel im Vordergrund wie im Hintergrund scharf abbilden zu können. Dies liegt daran, dass meistens unter der Landschaftsfotografie die Aufnahme von großen Flächen gemeint ist, dennoch gibt es aber Landschaftsfotos, in denen gerade die Schärfentiefe keine besondere Rolle spielt. Weiterführender Artikel: Schärfentiefe / BlendeDa eine höhere Schärfentiefe gleichzeitig bedeutet, dass weniger Licht auf ein mal auf den Sensor kommt, führt dies gleich zum zweiten Punkt:

2. Einsatz eines Statives

Es empfiehlt sich, aufgrund der höheren Schärfentiefe und der dadurch längeren Belichtungszeiten, ein Stativ zu verwenden. Selbstverständlich müsst Ihr dies nicht machen, wenn es ein heller Tag ist (ausser Ihr habt vor eine HDR-Aufnahme zu machen), denn da reicht oft schon ein etwas festerer Stand, um gute Aufnahmen zu machen. Wenn Ihr aber in der Situation seid, ein Stativ zu benötigen, dann kann es manchmal sogar noch sinnvoll sein, die Spiegelvorauslösung zu aktivieren, oder sogar noch zusätzlich einen Fernauslöser einzusetzen, alternativ einen Kabelauslöser.

3. Die richtige Bildaufteilung und der Horizont

Bildaufteilung in der LandschaftsfotografieAuch hier gibt es eigentlich kein richtig oder falsch. Wenn man gerade mit der Landschaftsfotografie anfängt sollte man sich vielleicht erst mal an eine Regelung halten, die Drittelregel, Rule of Thirds. Oftmals wirken Landschaftsfotos etwas langweilig, wenn Ihr den Horizont genau in der Mitte plaziert, so erhält weder die Landschaft selbst, noch der Himmel, eine besondere Gewichtung und dem Betrachter fällt es manchmal schwer, sich auf das Landschaftsfoto zu konzentrieren und das besondere darin zu sehen. Wenn man etwas mehr Übung hat, lernt man auch nach und nach von dieser „Regel“ abzuweichen. Besonders hilfreich ist es aber auf alle Fälle, wenn Ihr schon beim Fotografieren, den Winkel des Horizontes berücksichtigt. Ihr tut Euch wirklich leichter, wenn Ihr den Horizont bereits beim Fotografieren so gerade wie möglich hinbekommt, denn so verliert Ihr weder anschließend beim Bearbeiten interessante Bildanteile, noch müsst Ihr viel verzerren oder drehen. Weiterführender Artikel: Rule of Thirds – oder die Drittelregel

4. Der Fokus-Punkt

Kreativer Einsatz eines etwas anderen FokusLandschaftsfotografien wirken um so interessanter, wenn Ihr Euch bei der Bildkomposition schon ein wenig Gedanken macht, welches Objekt im Foto selbst im Vordergrund stehen soll. Dies kann von einem alten Gebäude, einem Baumstumpf bis hin zu Felsen oder anderen interessanten auffälligen wechseln. Wenn Ihr einen solchen Punkt gefunden habt, fokussiert darauf, sodass die Schärfentiefe von dort ausgeht. Dies bedeutet aber keineswegs, dass das Objekt am Ende auch wirklich im Mittelpunkt des Fotos stehen muss. Ganz im Gegenteil, oft wirkt ein solches Objekt noch mehr in einem Landschaftsfoto, wenn es am Rand platziert ist.

5. Linien finden in der Landschaftsfotografie

Einsatz von Bildlinien in der LandschaftsfotografieHabt Ihr mal eben keinen Fokus-Punkt könnt Ihr Euch Linien suchen, diese geben dem Foto mehr Tiefe und führen gleichzeitig das Auge des Betrachters. Mit Linien meine ich Feldwege, ein umgefallener Baum im Vordergrund, eine Straße, Eisenbahnschienen, eventuell auch nur zwei unterschiedlich bepflanzte Felder. Solche Linien machen Landschaftsfotos oft noch interessanter, denn sie erlauben dem Betrachter auch Größen abzuschätzen, ohne dass er wirklich darüber nachdenken muss, wie weit etwas weg sein könnte, was am Horizont eventuell noch zu sehen ist.

6. Auf das Wetter achten

Auf besondere Wetterverhältnisse in der Landschaftsfotografie achtenGanz klar, Ihr solltet auf das Wetter achten, nicht nur wegen Eurer Ausrüstung, sondern auch um besondere Stimmungen einzufangen. Habt Ihr eine schöne Wolken- / Lichtstimmung z.B. aufgrund eines herannahenden Gewitters, nutzt die Chance. Mir ging es am Anfang so, dass ich immer der Ansicht war, dass gerade bei schönem Wetter die besten Fotos entstehen – mittlerweile weiß ich aber aus eigener Erfahrung, dass dem gerade nicht so ist. Gerade Landschaftsfotos sehen oft besser aus, wenn Ihr Eure Fotos bei Sturm, Wind, Nebel, beeindruckenden Wolkenformationen aufnehmt oder gerade das Glück habt, Regenbögen zu erwischen, den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang zu sehen. Genau aus diesem Grund sage ich mittlerweile, dass es kaum einen Tag gibt, an dem man nicht fotografieren kann – lernt mit der Natur zu arbeiten, passt Eure Fotografie dem Wetter an und nicht umgekehrt. Hierzu eine kleine Geschichte von meiner Seite: Ich habe es schon oft erlebt, dass viele sich aufmachen, bei hellstem Sonnenschein, am besten noch zur Mittagszeit, um Fotos von Landschaften oder Gebäuden zu machen, ich bin aber der Ansicht, dass gerade bei leicht bewölktem Himmel, durch die weicheren Schatten, die Fotos wesentlich weniger kontrastreich und weniger hart wirken, dafür aber viel mehr Stimmung erhalten. Selbst bei schönem Wetter könnt Ihr immer noch etwas mehr Kontrast zum Beispiel durch den Einsatz eines Polfilters herausholen. Weiterführende Artikel: Polfilter im Einsatz, B+W Polfilter im Test

7. Die Goldene Stunde ausnutzen

Gerade bei der Landschaftsfotografie lohnt es sich, die goldene Stunde auszunützen. Viele Fotografen nutzen gerade diese besondere Lichtstimmung für Ihre Fotografien aus. Durch die Tatsache, dass das Sonnenlicht zu dieser Tageszeit in der Früh und am Abend aus einem völlig anderen Winkel kommt, habt Ihr die Möglichkeit ganz andere Landschaftsfotos zu fotografieren, denn die Auswirkungen der Golden Hour können beträchtlich sein. Hier ähneln sich wieder die Architekturfotografie und die Landschaftsfotografie. Weiterführender Artikel: Die Golden Hour in der Fotografie

8. Der Einsatz von Graufiltern in der Landschaftsfotografie

Auch in der Landschaftsfotografie eignen sich Graufilter zum Einsatz bei bestimmten Fotos. Wenn Ihr z.B. Wasseroberflächen, wie Flüsse, Seen und Meere fotografiert oder auf der anderen Seite schnell ziehende Wolken, dann erreicht Ihr oft besondere Effekte durch den Einsatz eines geringen Neutraldichtefilters oder Graufilters in der Landschaftsfotografie. So könnt Ihr aus dem Himmel ein wenig Dramatik herausnehmen, oder einer Wasseroberfläche eine besondere Stimmung verleihen. Hier solltet Ihr selbst einfach mal ein bisschen experimentieren und sehen, ob Euch ein Graufilter zusagt, oder ob es Euch eher weniger beeindruckt und gefällt. Spätestens dann benötigt Ihr aber ein Stativ für Eure Aufnahmen, denn mit einem Neutraldichtefilter verlängern sich die Belichtungszeiten ziemlich stark. Weiterführender Artikel: Graufilter in der Fotografie, B+W Graufilter im Test Bildreferenzen: BildaufteilungFokus, LinienWetter, Fokus 2

4 Comments

  • Peter Klette
    nun ja, de stimme ich nicht ganz zu: wenn man Motive der „Lieschen Müller Fotografie“ vergleicht, kommt man schon auf den Gedanken. Allein – was ist Fotografie? – für den Einzelnen? Einmal der Erinnerungswert, zum Anderen der Wiedererkennungswert einer Fotografie für den fremden Betrachter – und schon haben wir die Postkartenaufnahme. Oder man macht macht sich Gedanken über das Motiv resp. Thema: Mal (was) ander(e)s fotografieren: einen Scgritt vor oder zurück – einen Schritt nach links bzw. rechts. Das Zoomobjektiv zur Seite legen und die Festbrennweite um 50mm benutzen – schon ergeben sich – gepaart mit dem Einfangen von Lichtstimmungen – vom Normalen abweichende Ergebnisse. Merke: Fotografieren findet hinter der Kamera statt. Das ist meine Meinung als Sucher in der Natur.

  • Simon sagt:

    Heyhoy!
    Vielen Dank für den Artikel :)
    ich hab vor ein paar Wochen damit begonnen, mich etwas intensivers mit Fotografie zu beschäftigen und Landschaftsfotografie liegt mir, denke ich, am besten.
    Ich bin allerdings echt noch ein totaler Noobie…
    Hab mir eine gebrachte Sigma SD15 mit allerhand Objektiven gekauft und bin jetzt erst wirklich am Herumprobieren, wie was wirkt, was ich wann für Brennweiten, ISO-Werte etc. verwende und wie das dann alles wird und so.
    Da helfen solche „Anleitungstexte“ und Hilfestellungen immer sehr :D
    Stativ hab ich seit gestern auch endlich – vorher war’s bei höheren Belichtungszeiten immer so gut wie unmöglich, nicht zu verwackeln.
    Möchte jetzt auch unbedingt mal Verkehrsfotografie im Dunkeln ausprobieren – so mit langen Belichtungszeiten, dass man die Autos als Lichtlinien sieht…
    Solche Bilder liebe ich :D

  • Wolfi sagt:

    Genau diese Dinge versuche ich auch zu beachten :)

  • Robert sagt:

    Im Gegensatz zu anderen Filtern sind Neutraldichtefilter wirklich die einzigen, welche ich in der Praxis verwende! Sehr guter Artikel- wichtige Punkte aus der Landschaftsfotografie auf den Punkt gebracht!

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