Tou Chih-kang

Tou Chih-kang - Dogs

Leiser Protest gegen das sinnlose Töten von Hunden in Taiwan

Er schaut der Grausamkeit ins Auge. Fotograf Tou Chih-kang (37) aus Taiwan setzt sich seit mehr als 2 Jahren auf seine ganz eigene Art und Weise für das Leid von Hunden in Taiwan ein. Tou Chih-kang portraitiert Hunde in staatlichen Tierheimen. Außergewöhnlich daran ist, dass er die letzten Augenblicke des Tieres mit der Kamera einfängt, bevor es zur Einschläferung gebracht wird. Der Fotograf Tou Chih-kang, der in Taiwan aufgewachsen ist, möchte mit seinen besonderen Portraits den Blick auf die Missstände in staatlichen Tierheimen lenken. In Taiwan gibt es unzählige streunende Hunde, sie werden von Hundefängern eingefangen und in die örtlichen Tierheime gebracht. Dort werden sie nach einer Frist von 12 Tagen eingeschläfert, wenn sich niemand meldet. Das gilt für kleine Welpen gleichermaßen wie für ausgewachsene Hunde. Die Behörden sagen, es gebe zu viele von ihnen.

Schätzungen zufolge werden in Taiwan jährlich 80.000 Hunde eingeschläfert. Grund für diese gravierenden Missstände ist, dass Hunde in Taiwan wenig beliebt sind. In Taiwan gehört ein Großteil der Bevölkerung dem Buddhismus an. Buddhisten glauben daran, dass Menschen, die in ihrem Leben Schlechtes getan haben, im nächsten Leben als Hund wieder geboren werden, so wird Hunden wenig Wertschätzung entgegen gebracht.

Viele Menschen kaufen sich einen Hund, sehen ihn jedoch als Spielzeug, das man einfach auf die Straße setzen kann, wenn die Begeisterung nachlässt.  Von Hundefängern eingefangen, landen sie dann in den staatlichen Tierheimen.

Die eindrucksvollen und sehr berührenden Hundeportraits des Fotograf Tou Chih-kang sind mittlerweile in mehreren Ausstellungen zu sehen gewesen.

Er hat diesen mutigen und schweren Weg selbst gewählt, um die Menschen vor allem in seinem Land auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen und sie für den Schutz der Tiere zu sensibilisieren.
Seine Bilder sollen vor allem ein Appell sein. Ein Appell daran, darüber nachzudenken, wie man mit Lebewesen umgeht.
Die Arbeit mache ihn oft sehr traurig, berichtet Tou Chih-kang, aber für ihn gebe es nur diesen einen Weg, um auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen. Der Staat komme seiner Verantwortung für diese liebenswerten Wesen nicht nach.
Mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und viel Einfühlungsvermögen sorgt der Fotograf Tou Chih-kang mit seiner Assistentin dafür, dass die Hunde ins rechte Licht gerückt werden. Der Blick auf die Hunde ist keinesfalls voyeuristisch, vielmehr ausdrucksstark und liebevoll. Er gibt diesen Kreaturen wenigstens für einen letzten Moment ihre Würde zurück. Er möchte mit seinen Portraits die Hunde als Lebewesen mit eigener Geschichte und eigenem Charakter festhalten. Die einmaligen Bilder zeugen von Stärke, Stolz und Zuneigung, jedoch zugleich auch von Unsicherheit, Trauer und Verzweiflung. Dem Fotografen Tou Chih-kang ist es wichtig, die Realität nicht zu verzerren, trotz alledem gehört es für ihn dazu, die Tiere bevor sie vor die Kamera kommen ein wenig zu pflegen.

Er nimmt sich ein wenig Zeit, um die Tiere etwas kennenzulernen. Die Bilder zeigen die Nähe, die der Fotograf zu den Tieren in dieser kurzen Zeit aufbaut.
So manches Tier muss jedoch erst einmal beruhigt werden, bevor der 37-jährige Fotograf
mit dem fotografieren beginnen kann. Er findet bei jedem Hund die passende Pose.
Auf ca 40.000 Portraits von rund 400 Hunden kommt Tou Chih-kang mittlerweile.

„Der letzte Blick“ – eindrucksvoll, berührend und herzzerreißend. Die Ausstellungen und die Arbeit von Tou Chih-kang verdienen Aufmerksamkeit. Sie sind ein ausdrucksstarker Protest gegen das sinnlose Töten von Hunden. Man kann nur hoffen, dass die Menschen ihre Augen für diese Unmenschlichkeit öffnen und ihre Einstellung ändern.

Die Portraits sind momentan in einem Kunstmuseum in Kaohsiung in Taiwan zu sehen. Der Fotograf würde sich jedoch auch über Interessenten aus dem westlichen Raum freuen, die seine Bilder gerne ausstellen möchten.

Weiterführende Links: Artikel über den Fotografen Tou Chih-kang auf www.spiegel-online.de

Bildreferenz: Bilder mit freundlicher Genehmigung von Tou Chih-kang

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