Grundlagen der Fotografie – Teil 4: Histogramm

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Das Histogramm begegnet einem beim Fotografieren und bei der Bildbearbeitung regelmäßig, sei es direkt am Display Eurer Kamera oder auch in Eurer Bildbearbeitungssoftware wie z.B. Adobe Photoshop, Lightroom, Gimp oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen. Aus diesem Grund habe ich hier für Euch einige Informationen zusammengefasst, die Euch dabei helfen sollen, mit einem Histogramm ein Bild und dessen Belichtungsqualität richtig zu beurteilen.

Was zeigt das Histogramm?

histogramm-von-photoshop-cs6Das Histogramm zeigt uns die Farbanteile je nach Farbkanal getrennt in einem Foto. Links befinden sich im Histogramm die dunklen Bildanteile, im rechten Bereich die hellen Bildanteile. Da Eure Kamera im RGB Modus Bilder aufnimmt, werden die Helligkeitswerte in 250 Stufen dargestellt, wobei 100% Schwarz dem Wert „0“ und 100% Weiss dem Wert „256“ entspricht. Die Werte 1 – 255 beschreibend die Graustufen dazwischen.

Rechts seht Ihr ein typisches Histogramm eines ausgeglichenen Schwarz-Weiß Fotos in Photoshop. Daran könnt Ihr erkennen, dass die Grauanteile in den Mitten stark ausgeprägt sind und die schwarzen Bildanteile gar nicht vorhanden sind (links im Histogramm), in den weißen Bildanteile sind an ganz wenigen Stellen einige Blitzer vorhanden, in denen kein Farbanteil vorhanden ist (rechts im Histogramm). In diesem speziellen Beispiel sprechen wir von einem ausgeglichenen Histogramm.

Wie beurteile ich ein Histogramm?

Histogramm der Nikon D800Wenn Ihr am Fotografieren seid und einen ersten Eindruck der Farbverteilung und der Helligkeitswerte in Eurem Foto erhalten wollt, ist es gut, wenn Du etwas Übung darin hast, ein Histogramm direkt in der Kamera zu beurteilen.

Ein (leicht) überbelichtetes Foto erkennen

histogramm-ueberbelichtetes-fotoEin überbelichtetes Konto erkennst Du an der Verschiebung der Histogrammkurve in den rechten Histogrammteil. Wie dies aussehen kann, siehst Du an dem Screenshot auf der linken Seite. Um das Foto dementsprechend zu korrigieren und diese Überbelichtung zu entfernen, bietet es sich an, in dem Bildbearbeitungsprogramm Deiner Wahl eine Belichtungskorrektur zu machen.
Wenn Du gerade am Fotografieren bist, bedeutet dies entweder die Blende weiter zu schließen und damit die Belichtungszeit z.B. zu verkürzen, den ISO-Wert wenn möglich nach unten zu setzen oder alternativ die Belichtung manuell zu korrigieren, um ein ausgemitteltes Histogramm zu erhalten.
Wenn das Foto aber absichtlich überbelichtet worden ist, spricht man von einer klassischen High-Key Aufnahme. Hier ist das Foto generell sehr hell und große Bildanteile absichtlich überbelichtet worden um dem Foto einen speziellen Ausdruck zu verleihen.

Wie sieht ein unterbelichtetes Foto aus?

histogramm-unterbelichtetes-fotoZu erkennen ist ein unterbelichtetes Foto an einem ähnlichen Histogramm wie dem auf der linken Seite. Darin siehst Du, dass im linken Teil des Histogramms fast alle Farbanteile untergebracht sind und das Foto damit sehr dunkel ist. Wenn Du gerade fotografierst und feststellst, dass dein Foto unterbelichtet ist, kannst Du es auf mehrere Arten direkt an der Kamera korrigieren:
Entweder Du stellst die Belichtungszeit länger, erhöhst die ISO-Zahl um die „Filmempfindlichkeit“ bzw. die Empfindlichkeit des Sensors Deiner Kamera zu verändern, öffnest die Blende um mehr Licht einzulassen oder korrigierst die Belichtung manuell.
Wurde eine Aufnahme absichtlich unterbelichtet, spricht man von einer Low-Key Fotografie.

Anmerkung zum Histogramm und Gedanken zur Beurteilung von Fotos

Ganz klar möchte ich auch an dieser Stelle erwähnen, dass das Histogramm nur zur Beurteilung eines Fotos dienen kann, jedoch nichts über die fotografische Qualität eines Bildes aussagt. Eine High-Key Aufnahme kann eine wunderschöne Aufnahme sein und rein aus technischen Gesichtspunkten völlig überbelichtet sein.
Wie in so vielen Fällen ist es auch hier immer im Auge des Betrachters, ob er ein gleichmäßig belichtetes Foto für gut befindet oder als schlecht.
Vielmehr sollte man ein Histogramm für die erste Beurteilung, gerade bei Aufnahmen an hellen, sonnigen Tagen verwenden, um eine erste Einschätzung des Bildes vornehmen zu können.

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